Gambias ehemaliger Innenminister, Ousman Sonko, bleibt in Untersuchungshaft. Sonko werden in seiner Heimat Verbrechen gegen die Menschlichkeit zur Last gelegt.
Bundesgericht Bellinzona
Das Bundesgericht in Bellinzona. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Ousman Sonko bleibt bis mindestens Ende Oktober in Schweizer U-Haft.
  • Dem Ex-Innenminister Gambias werden Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen.

Der ehemalige Innenminister von Gambia, Ousman Sonko, bleibt bis mindestens Ende Oktober in Schweizer Untersuchungshaft. Das hat das Bundesstrafgericht in Bellinzona entschieden.

Sonko werden in seiner Heimat Verbrechen gegen die Menschlichkeit zur Last gelegt. Gemäss Bundesstrafgerichtsentscheid vom 1. September 2021 hatte Sonko Beschwerde gegen die Verlängerung der Untersuchungshaft eingelegt. Diese hatte die Bundesanwaltschaft im Juli beantragt.

Die Beschwerde wurde nun vom Bundesstrafgericht abgewiesen. Die Gründe dafür seien eine weiter bestehende Fluchtgefahr sowie ein erhärteter Tatverdacht.

Bundesanwaltschaft und Fedpol in Gambia

Laut dem «SonntagsBlick» sollen zudem Ermittler der Bundesanwaltschaft (BA) und des Fedpol nach Gambia gereist sein, um Zeugen zu befragen. Diese sollen Sonko schwer belastet haben. Eine Sprecherin der BA bestätigte gegenüber Keystone-SDA, dass eine Delegation im Rahmen des Verfahrens «mehrfach nach Gambia gereist ist. Dies, um rechtshilfeweise Beweismittel zu erheben, unter anderem auch, um Einvernahmen durchzuführen.»

Gemäss dem Beschluss des Bundesstrafgerichts wurden von der BA und dem Fedpol in Gambia mehrere Zeugen befragt. Die Zeugenaussagen hätten den Tatverdacht erhärtet, dass Sonko als Innenminister und Polizeichef Folterungen von Oppositionellen angeordnet habe.

Die BA wirft Sonko vor, als ehemaliger Generalinspektor der Polizei und Innenminister der Republik Gambia unter dem Regime von Yahya Jammeh zwischen 2006 und September 2016 für Folterungen durch Polizeikräfte, Gefängnispersonal und diesen nahestehenden Gruppen verantwortlich gewesen zu sein.

Vor seiner Festnahme im Januar 2017 lebte Sonko einige Monate unbehelligt als Asylsuchender in einem Durchgangszentrum im bernischen Lyss. Nach einer Strafanzeige der Nichtregierungsorganisation Trial International wurde er festgenommen und befindet sich seither in Untersuchungshaft.

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