Ertrunkene (†52) hatte Alkohol und Medikamente im Blut

    Redaktion
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    Lugano,

    Mysteriöser Tod nach Polit-Skandal: Die 52-Jährige, die Claudio Zali mit einer heimlichen Aufnahme zum Rücktritt brachte, ertrank im Luganersee.

    Claudio Zali
    Claudio Zali hält trotz wachsendem politischen Druck an seinem Verbleib im Amt fest. (Archivbild) - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die 52-Jährige im Tessiner Politskandal starb laut Obduktion durch Ertrinken.
    • In ihrem Blut fanden sich sehr viel Alkohol und Spuren von Benzodiazepin.
    • Hinweise auf eine Beteiligung Dritter am Tod gibt es bisher nicht.

    Eine 52-jährige Frau sorgte Mitte Juli in der ganzen Schweiz für Schlagzeilen. Sie hatte heimlich ein Telefonat mit dem Tessiner Regierungsrat Claudio Zali (64) aufgezeichnet.

    In diesem Gespräch soll der Lega-Politiker zugegeben haben, eine Frau geschlagen zu haben. Zali kündigte daraufhin seinen Rücktritt an.

    Wenige Wochen später wurde die Frau tot im Luganersee gefunden. Nun hat die Kantonspolizei Tessin Ergebnisse aus dem Obduktionsbericht veröffentlicht.

    Obduktion bestätigt Tod durch Ertrinken

    Laut Polizei starb die 52-Jährige durch Ertrinken. Im Blut der Frau wurden ausserdem zwei Substanzen nachgewiesen: ein Beruhigungs- beziehungsweise Schlafmittel namens Benzodiazepin sowie Alkohol.

    Die Kantonspolizei Tessin hält fest, dass im Blut der Ertrunkenen «ein sehr hoher Blutalkoholspiegel» festgestellt wurde. Dazu kamen Spuren von Benzodiazepin. Dieses Medikament wird häufig als Beruhigungs- oder Schlafmittel eingesetzt.

    Die Kombination beider Substanzen habe laut Polizei wahrscheinlich die Wachsamkeit, die Koordination und das Bewusstsein der Frau erheblich beeinträchtigt. Dadurch könnte sie vom Ufer in den See gestürzt sein. Auch Schwierigkeiten beim Schwimmen seien möglich gewesen.

    Die Behörden betonen ausserdem, dass bisher keine Hinweise auf eine Beteiligung Dritter am Tod der Frau vorliegen. Die Ermittlungen laufen aber weiter.

    Behörden sehen bisher keinen Zusammenhang

    Seit dem Tod der 52-Jährigen stellen sich viele die Frage, ob ihr Ableben mit dem Politskandal um Zali zusammenhängt. Denn die Frau wurde einige Tage vor ihrem Tod überfallen.

    Sie war nachts schwimmen gegangen, als ein maskierter Mann sie angriff. Der Unbekannte verletzte sie im Mund- und Zahnbereich.

    Die 52-Jährige erstattete nach dem Angriff Anzeige gegen Unbekannt. Besonders bemerkenswert: Der Überfall soll sich nur wenige Meter entfernt von jenem Ort ereignet haben, wo die Frau am 18. August tot aufgefunden wurde.

    Trotz diesem Zusammentreffen von Umständen haben die Behörden bislang keinen Zusammenhang zwischen dem Angriff und ihrem Tod festgestellt. Die Ermittlungen dauern an.

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