Ersetzt Kontrolle: SBB testet Self-Check-in
Löst «Easy Valid» bald die Kontrolleure ab? Die SBB testet zwischen Bern und Brig ein digitales Self-Check-in.

Das Wichtigste in Kürze
- Aktuell testet die SBB ein digitales Check-in-System auf der Strecke Bern-Brig.
- 250 Testpersonen checken sich per App selbst ein anstelle einer klassischen Kontrolle.
- Zittern müssen Kontrolleure aber nicht – ihre Aufgaben dürften sich lediglich verlagern.
Wird der Beruf des Kontrolleurs bald überflüssig?
Die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) starteten Mitte Februar einen Pilotversuch mit einem digitalen Check-in-System.
Das Projekt namens «EasyValid» läuft auf der Strecke zwischen Bern und Brig. Rund 250 Personen nehmen gemäss «Walliser Bote» an dem Test teil.
Die Probanden müssen nicht mehr auf die klassische Billetkontrolle durch das Zugpersonal warten. Stattdessen checken sie sich nach der Platzeinnahme selbst ein – über die SBB-App.
Betroffen sind Morgenverbindungen zwischen 5.42 und 7.18 Uhr von Brig nach Bern. Zusätzlich sind zwei Abendverbindungen in die Gegenrichtung eingeschlossen.
SBB wählt bewusst Walliser Strecke
Die Bahngesellschaft entschied sich gezielt für diese Route. Ein Grund ist der hohe Anteil an GA-Kundinnen und -Kunden auf dieser Strecke. Ein gültiges Generalabonnement sei Bedingung für die Testteilnahme.
Zudem würden sich längere Fahrten ohne Umstieg besonders gut für das System eignen.
SBB-Sprecherin Sabrina Schellenberg erklärt gegenüber dem «Walliser Boten» die Ziele des Pilotprojekts. Das Unternehmen wolle die Bedürfnisse der Reisenden bei der Billetkontrolle verstehen.
Reisende können ungestört arbeiten oder lesen
Für die Testpersonen bringe das System konkrete Vorteile. Nach dem selbstständigen Einchecken sei die Kontrolle abgeschlossen. Sie könnten sich danach ungestört anderen Aktivitäten widmen.
Ein Platzwechsel während der Fahrt lasse sich in der App anpassen. Falls Reisende das vergessen, werde wieder auf die klassische Kontrolle durch Zugpersonal zurückgegriffen.
Personalabbau ist nicht geplant
Massenhaft abdanken müssen die Kontrolleure der SBB wohl dennoch nicht.
Ein Stellenabbau sei gemäss Schellenberg nämlich nicht vorgesehen – unabhängig von den Testergebnissen. Die Billetkontrolle sei nur eine von vielen Aufgaben, die das Personal erfüllt.
Genau deshalb könne man sich in Zukunft vorstellen, den Fokus mehr auf die Betreuung von Reisenden legen.
Ob «EasyValid» später flächendeckend eingeführt wird, steht noch nicht fest. Die Testphase läuft noch bis Mitte Mai. Danach will die SBB die gesammelten Daten analysieren und Schlüsse ziehen.

















