Ernährungsinitiative: Klares Nein zeichnet sich ab
Die Ernährungsinitiative will mit pflanzlichen Lebensmitteln den Selbstversorgungsgrad in der Schweiz erhöhen. Es sieht nach einem klaren Nein aus.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Ernährungsinitiative will die Schweiz weniger vom Ausland abhängig machen.
- Auf Ackerflächen sollen mehr pflanzliche Mittel angebaut werden.
- Die Gegnerschaft warnt vor dem Zwang zu einer hauptsächlich veganen Ernährung.
Das dürfte ein klares Nein geben: Die erste sowie auch die zweite Hochrechnung sehen für die Ernährungsinitative einen Nein-Stimmenanteil von 72 Prozent vor.

Das will die Vorlage
Die Ernährungsinitiative fordert, dass der Bund einen Selbstversorgungsgrad von mindestens 70 Prozent anstrebt. Entsprechend soll er eine vermehrt auf pflanzliche Lebensmittel basierende Ernährungsweise fördern. Darauf müsste sich die Land- und Ernährungswirtschaft einstellen, und auch Subventionen müssten entsprechend gestaltet werden.
Erreicht werden müssten diese Ziele innerhalb von zehn Jahren. Weiter müsste der Bund dafür sorgen, dass alle im Land mit Lebensmitteln und mit sauberem Trinkwasser versorgt sind.
Bei Stickstoffverbindungen und Phosphor dürfen 2008 definierte Höchstwerte nicht mehr überschritten werden.
Mehr als das Zehnfache könne produziert werden
Laut den Initiantinnen und Initianten ist die Schweizer Lebensmittelversorgung zur Hälfte vom Ausland abhängig. Auf 60 Prozent der Schweizer Ackerflächen würden nicht pflanzliche Nahrungsmittel angebaut, sondern Futtermittel für Tiere.
Wüchsen dort stattdessen Hülsenfrüchte, Getreide und Gemüse, könne mehr als das Zehnfache an Kalorien für Menschen produziert werden. Zurzeit förderten 75 Prozent der 3,6 Milliarden Franken an Agrarsubventionen die Tierproduktion.
Die Schweiz habe ein Warnsystem für Trockenheit und Hitze, sagte das Initiativkomitee. Eine nationale Wasserstrategie, um die Wasserversorgung abzusichern, fehle jedoch. Dies sei bedrohlich. Auch sei die Landwirtschaft nicht auf den Klimawandel vorbereitet.
Ziel sei utopisch
Keine Partei unterstützt die Initiative. Die Grünen haben Stimmfreigabe beschlossen. Das Parlament und der Bundesrat lehnen das Begehren ab.
Das Nein-Komitee warnt vor einer realitätsfremden Bevormundung. Die geforderte Erhöhung des Selbstversorgungsgrads auf siebzig Prozent sei utopisch und nur durch drastische Eingriffe in Konsum und Produktion machbar.
Die Initiative wolle Konsumentinnen und Konsumenten zu einer hauptsächlich veganen Ernährung zwingen. Sie schwäche die einheimische Produktion, mache Lebensmittel teurer und führe zu mehr Einkaufstourismus.
Die Tierbestände müssten um fast die Hälfte verkleinert werden, gab Landwirtschaftsminister Guy Parmelin zu bedenken. Betroffen wären vor allem Schweine und Geflügel.













