Stadt Zürich

Eine Napalm-Bombe auf Dübendorf - und alle waren begeistert

Keystone-SDA Regional
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Zürich,

Im Sommer 1964 feierte die Schweizer Luftwaffe ihr 50-jähriges Bestehen. Höhepunkt der Feier auf dem Militärflugplatz Dübendorf: der Abwurf einer Napalm-Brandbombe.

Im Jahr 1964 feierte die Schweizer Luftwaffe ihr 50-jähriges Bestehen. Zur Feier des Tages warf sie auf dem Militärflugplatz Dübendorf eine Napalm-Bombe ab. Das Publikum, in sicherer...
Im Jahr 1964 feierte die Schweizer Luftwaffe ihr 50-jähriges Bestehen. Zur Feier des Tages warf sie auf dem Militärflugplatz Dübendorf eine Napalm-Bombe ab. Das Publikum, in sicherer... - KEYSTONE/PHOTOPRESS-ARCHIV/STR

Das Publikum, das dem Schauspiel in sicherer Entfernung beiwohnte, war begeistert, hiess es in damaligen Medienberichten. Abgeworfen wurde die Bombe von einem Hawker Hunter Mk.58 Kampfflugzeug der Schweizer Armee.

Die Anwesenden tauften die Flugstaffel spontan auf den Namen Patrouille Suisse – in Anlehnung an die französische Patrouille de France. Das Militärdepartement war von der Publikumswirksamkeit des Formationsfluges überzeugt und beschloss deshalb, die Patrouille Suisse zum nationalen Kunstflugteam zu machen. Wenige Wochen später wurde die Staffel offiziell gegründet.

Aus heutiger Sicht ist der Abwurf einer Napalmbombe zu Publikumszwecken unvorstellbar. Die Bombe, deren Name sich von den Bestandteilen Naphthensäure und Palmitinsäure ableitet, wurde 1942 von den Alliierten entwickelt und enthält ein brennbares Gel aus Benzin und Verdickungsmitteln. Beim Einschlag erzeugt sie extreme Hitze und richtet verheerende Schäden an. Bereits seit 1975 gilt ihr Einsatz gegen die Zivilbevölkerung als Kriegsverbrechen.

Auch die Patrouille Suisse wirkt mittlerweile für viele Schweizerinnen und Schweizer wie aus einer anderen Zeit. Sie gilt als zu laut und zu schädlich für die Umwelt. So wurde die Kunstflugstaffel etwa vom vergangenen Schwing- und Älplerfest in Glarus ausgeladen. Ersetzt wurde sie durch lautlose Gleitschirme.

Nicht mehr willkommen war sie auch am letzten noch durchgeführten Züri Fäscht im Jahr 2023. Das links-grün dominierte Stadtparlament entschied, die Flugshow aus Umweltschutzgründen zu verbieten.

Kommentare

User #5384 (nicht angemeldet)

Schon in ein paar Jahren wird man über heute berichten wie naiv und gutgläubig die EUropäer waren

User #6213 (nicht angemeldet)

Interessant, wie sich die Dummheit der Zeit anpasst..

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