Einbahn-System für Pendler am HB? Das sagt die SBB
Im Bahnhof Bern gibt es seit Wochen klare Laufrichtungen für Pendler. Die SBB ist zufrieden. Doch wäre das auch in Zürich denkbar?
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Das Wichtigste in Kürze
- Am Berner Bahnhof gibt es wegen Bauarbeiten ein Einbahnsystem für Pendler.
- Auch am Zürcher HB finden einige Passanten die Idee sinnvoll.
- Die SBB erklärt, ob das System Zukunft hat.
Links rein, rechts raus. Was im Strassenverkehr normal klingt, gilt seit einigen Wochen auch für Pendler im Bahnhof Bern.

Dort führt seit einigen Wochen ein Einbahnsystem die Reisenden durch die Unterführung. Auf der einen Seite geht es rein, auf der anderen wieder raus. Der Grund dafür sind Bauarbeiten im Bahnhof.
Was hier vielen gefällt: So kommt es nicht zum Chaos wie bisher. Pendler und Freizeit-Reisende rennen sich nicht mehr gegenseitig um.
Bern macht es vor
Die SBB zieht gegenüber Nau.ch eine positive Bilanz. Man habe mit dem «Einbahnsystem» im Bahnhof Bern sehr gute Erfahrungen gemacht.
Der Zugang zur Unterführung sei weiterhin zuverlässig und «in den allermeisten Fällen reibungslos möglich». Die Reisenden hielten sich «zum allergrössten Teil» an das neue System.
Doch hätte ein solches System auch an anderen grossen Schweizer Bahnhöfen eine Zukunft? Nau.ch hat am Zürcher Hauptbahnhof nachgefragt. Dort zeigt sich: Die Idee kommt bei einigen ganz gut an.
Eva (63) sagt: «Why not.» Bei all den Leuten, die durchlaufen, «fällt man aus dem Rhythmus, es wird dann auch gefährlich.»
Auch Arturo (77) sagt zum Einbahnsystem: «Ich würde das begrüssen. Heute war ich in der Stosszeit hier. Die Leute sind wie Hühner.»
Pendler Rolf (57) findet gar, es brauche nicht nur im HB klare Wege. In Zürich habe es überall viele Leute. «Wir müssen auch an der Zürcher Bahnhofstrasse ein Einbahnsystem haben», schmunzelt er.
«Zürcher lassen sich das nicht sagen»
Doch: Die Pendler zweifeln an der Umsetzbarkeit. Eva: «Ich denke nicht, dass Zürcher sich sagen lassen, wo sie rechts oder links laufen müssen.»
Arturo (77) sieht das ähnlich, aber aus einem anderen Grund. Für ihn ist es eine Mentalitätsfrage. Berner liessen sich so etwas eher vorschreiben, meint er. In Zürich sei das schwieriger.

Andere halten das System nicht nur für schwer umsetzbar, sondern gleich «für mega unnötig». Lea (31) findet, ein Bahnhof sei keine Strasse. Man könne auch einfach aufeinander achten.
Corinne (59) verweist auf Japan oder England, wo klare Fussgängerführung eher funktioniert. In der Schweiz glaubt sie weniger daran: «Das würde bei uns nicht funktionieren.»
«Wie Hühner»
Andere sehen das weniger streng. Jasmin (36) meint, der Pendlerstrom am HB funktioniere oft schon erstaunlich gut. Manchmal fühle es sich zwar «wie in Tokio» an, sagt sie. Doch viele wüssten genau, wohin sie müssten, und liefen nicht ineinander hinein.

SBB plant nichts für Zürich
Bei der SBB ist ein solches System für Zürich derzeit aber kein Thema. Auf Anfrage von Nau.ch schreibt Mediensprecherin Fabienne Thommen: An anderen Bahnhöfen gebe es aktuell keine Baustellen mit ähnlichen Auswirkungen auf den Personenfluss.
Darum sei auch nicht geplant, das Konzept an anderen Bahnhöfen umzusetzen. Das Berner Einbahnsystem bleibt vorerst also eine Baustellenlösung.















