Gewalt

Dreimal mehr Anfragen wegen Gewalt in der Familie bei Beratung 147

Keystone-SDA
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Bern,

Gewaltfreie Erziehung ist im Zivilgesetzbuch verankert. Dennoch sind die Anrufe bei der Beratung 147 in den letzten Jahren stark angestiegen.

Gewalt Familie
Die Anfragen wegen Gewalt in der Familie haben bei der Beratungsstelle 147 stark zugenommen. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Anfragen von Kindern wegen Gewalt in der Familie verdreifachten sich zuletzt.
  • Das, obwohl die gewaltfreie Erziehung im Gesetz verankert ist.
  • 2025 gab es rund 22 Beratungen pro Woche wegen Gewalt in der Familie.

Eltern haben Kinder ohne Anwendung von Gewalt zu erziehen.

Dieses Prinzip ist ab heute im Zivilgesetzbuch verankert. Die Stiftung Pro Juventute begrüsst diesen Schritt, denn: Die Anfragen von Kindern wegen Gewalt in der Familie verdreifachten sich zuletzt.

Mit der Aufnahme der gewaltfreien Erziehung ins Zivilgesetzbuch (ZGB) sind körperliche Bestrafungen und andere erniedrigende Behandlungen explizit verboten. Das Parlament hatte die entsprechende Änderung im Juli letzten Jahres verabschiedet.

Muss mehr gegen Gewalt in Familien getan werden?

Das Recht des Kindes auf eine gewaltfreie Erziehung soll primär präventiv wirken und das Bewusstsein schärfen. Gleichzeitig werden die Kantone verpflichtet, niederschwellige Beratungsangebote für Familien in Erziehungsfragen bereitzustellen.

Pro Juventute begrüsst diesen Schritt als klares Signal, dass die Schweiz keine Gewalt gegen Kinder in der Erziehung toleriere. Das teilte die Stiftung am Mittwoch mit. Mit dem Gesetz erfülle die Schweiz eine Verpflichtung aus der UN-Kinderrechtskonvention.

Verdreifachung in den letzten fünf Jahren

Die Realität stehe jedoch im Widerspruch zum gesetzlichen Anspruch. Gewalt in der Erziehung sei weiterhin verbreitet, so die Stiftung.

2025 wurden rund 22 Beratungen pro Woche wegen Gewalt in der Familie über das Telefon 147 von Pro Juventute durchgeführt. Im Jahr 2021 waren es noch sieben bis acht Beratungen pro Woche gewesen, 2024 bereits 14 pro Woche.

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Bei der Gewalt in Familien gibt es eine hohe Dunkelziffer. - keystone

Dies entspreche einer Verdreifachung innerhalb von fünf Jahren. Es sei zudem von einer hohen Dunkelziffer auszugehen.

Damit der gesetzliche Grundsatz im Familienalltag verankert werde, müsse die Prävention verstärkt werden. Pro Juventute fordert eine nationale Sensibilisierungskampagne.

Eltern brauchen einfachen Zugang zu Beratung

Zudem brauche es einen Ausbau von leicht zugänglichen Beratungs- und Unterstützungsangeboten für Eltern und Familien.

Solche Massnahmen seien unerlässlich, um Eltern über Alternativen zur Gewalt aufzuklären. Und ihnen rasch Hilfe zu vermitteln, wenn sie sich überfordert fühlten.

Gewalt Familie
Eltern brauchen einen niederschwelligen Zugang zu Beratung, wenn sie sich überfordert fühlen. - keystone

«Damit gewaltfreie Erziehung gelebt werden kann, müssen Eltern einfachen Zugang zu Informationen sowie zu fachlicher Beratung erhalten.» So liess sich Nicole Platel, Direktorin von Pro Juventute, in der Mitteilung zitieren.

Pro Juventute bietet selbst eine Elternberatung an, die per Telefon, WhatsApp oder E-Mail erreichbar ist. Das kostenlos und rund um die Uhr.

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