Mit Begriffen wie Cyber-Crime oder gar Cyber-War macht die digitale Welt zurzeit viele negative Schlagzeilen. Zwar gelingen Angriffe, doch die Schutz- und Abwehrkonzepte werden immer ausgefeilter und wirksamer.
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Cyber-Attacken stellen ein grosses Risiko dar. (Symbolbild) - Keystone
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Das Wichtigste in Kürze

  • Cyber hat die Unschuld verloren.

Denn spassige Ideen wie Cyber-Space, Cyber-Life oder Cyber-Sex sind aus den Schlagzeilen verschwunden. Das Wort Cyber wir heute häufiger mit Gefahr, Kriminalität oder gar Krieg verbunden.

Wenn im Wiener Stephansdom mitten in der Nacht plötzlich alle Glocken läuten, mag man das noch als Cyber-Schabernack von Hackern akzeptieren.

Wenn Erpresser allerdings in die IT von Unternehmen eindringen und dort Daten löschen oder stehlen, sind oft mafiöse Organisationen am Werk. Die IT der Unternehmen wird lahmgelegt, und schlimmstenfalls werden vertrauliche Firmendaten im Internet publiziert.

Als Scharmützel eines Cyber-Kriegs gilt inzwischen der Hack gegen das Unternehmen Viasat, welches Internet via Satellit anbietet. Betreiber deutscher Windkraftwerke mussten als Folge des Angriffs eingestehen, dass sie zeitweise nur beschränkten Zugriff auf ihre Windräder hatten. Als ursprüngliches Ziel vermuten Experten allerdings die Ukraine.

Das Schreckgespenst eines globalen Cyber-Kriegs, bei dem sich Weltmächte gegenseitig die technische Infrastruktur per Software zerstören, scheint aber immer unwahrscheinlicher. «Je intensiver die Effekte sind, die man durch Cyber-Operationen erzielen will, desto langwieriger und unzuverlässiger werden diese Operationen», sagt Politikwissenschaftler Lennart Maschmeyer, der zu Cyber-Sicherheit an der ETH Zürich forscht.

Die Cyber-Bedrohungen haben sich auch durch die Einführung von Homeoffice erhöht: «Durch das Aufkommen von hybriden Arbeitsplätzen ist die Angriffsfläche massiv grösser geworden», sagt Adrian Müller, Geschäftsführer von HP Schweiz. Jeder einzelne Mitarbeitende sei ein potenzielles Ziel und damit jedes Gerät oder Netzwerk ein Einfallstor. Der Schutz der Endgeräte wie Notebooks und Drucker sei deshalb entscheidend. «Intelligente und widerstandsfähige Hardware, die Bedrohungen erkennt, Angriffe abwehrt und sich bei Bedarf schnell wiederherstellt, hilft dabei, Cyber-Bedrohungen einzudämmen und zu neutralisieren», sagt Müller.

Schutz vor Cyber-Gefahren bedingt aber auch etliche organisatorische Vorkehrungen. Was die vielen Fachausdrücke bedeuten und was ein KMU bezüglich Cyber-Gefahren wissen muss, erklärt ein Ratgeber von Swisscom (www.swisscom.ch/security) ziemlich herstellerneutral.

In der Politik hat die Schweiz bei den Cyber-Themen deutlichen Nachholbedarf. Während in der EU Cyber-Attacken auf kritische Infrastrukturen (Strom, Wasser, Finanzen) bereits seit längerem meldepflichtig sind, befindet sich die entsprechende Vorlage in der Schweiz erst in der Vernehmlassung.

Private können sich mit bewährten Tipps recht einfach vor vielen Cyber-Bedrohungen schützen: Wichtige Daten sollte man auf nicht permanent mit dem PC verbundene Speicher sichern, Anlagen in E-Mails nur mit Bedacht öffnen oder erst durch Scandienste wie virustotal.com prüfen lassen. Letztlich sollte man Adressen von Webseiten von Hand eintippen und seine Hard- und Software regelmässig aktualisieren.

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