Die Curafutura und die Vereinigung der Ärztinnen und Ärzte haben dem Bundesrat die neue Tarifstruktur Tardoc vorgelegt. Eine Einführung für 2023 sei gewünscht.
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Ein Arzt im Kittel. (Symbolbild) - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Bundesrat hat den neuen Ärztetarif Tardoc im Sommer abgelehnt.
  • Nun haben die Tarifpartner mit der Krankenkasse Swica Anpassungen vorgenommen.

Der Krankenkassen-Dachverband Curafutura und die Vereinigung der Ärztinnen und Ärzte (FMH) haben dem Bundesrat eine neue Version der Tarifstruktur für ambulante medizinische Leistungen vorgelegt. Sie hoffen auf ein Inkrafttreten am 1. Januar 2023.

In der neuen Version werden demnach die Kostenneutralität verlängert, der Tarif vereinfacht und die Transparenz erhöht. Nachdem der neue Ärztetarif Tardoc im Sommer vom Bundesrat abgelehnt worden war, haben die Tarifpartner mit der Krankenkasse Swica Anpassungen vorgenommen, wie Curafutura und die FMH in einer Mitteilung vom Montag schreiben.

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Das Logo der Krankenkasse Swica (Archivbild). - sda

Derzeit biete nur der Tardoc eine flächendeckende ambulante Tarifstruktur, die die ärztlichen Leistungen umfassend, vollständig und dem aktuellen Stand der Wissenschaft entsprechend abbildet, heisst es weiter. Somit gebe es keine zeitnahe Alternative für die Ablösung des Tarmed, denn die ambulanten Pauschalen seien in ihrer Entwicklung noch nicht weit genug fortgeschritten.

Pauschale gewünscht

Sowohl Curafutura als auch die FMH befürworten die Pauschalen. Sobald diese verfügbar seien und vom Bundesrat genehmigt, könnten sie die entsprechenden Einzelleistungen des Tardoc ersetzen.

Die beiden Tarifpartner, der Spitaldachverband H+ und Santésuisse, der andere Verband der Versicherer, die zuvor nicht beteiligt waren, erhielten die Möglichkeit, sich an der Revision des Tardoc zu beteiligen. Dies war eine Forderung des Bundesrates.

Die revidierte Version des Tardoc wurde nach Angaben von Curafutura und FMH vereinfacht und neu strukturiert, um die Anwendung des Tarifs so einfach wie möglich zu machen. Zudem wurde das Konzept der Kostenneutralität auf drei Jahre verlängert. Und schliesslich seien die Daten der Kostenmodelle aktualisiert worden.

Transparenz erhöhen

Um die Transparenz zu erhöhen, haben die Tarifpartner dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) eine Dokumentation über Tardoc zur Verfügung gestellt. Schliesslich werden Instrumente eingeführt, die eine weitere Automatisierung der Rechnungskontrolle und -verarbeitung ermöglichen.

Die FMH vertritt nach eigenen Angaben 95 Prozent der in der Schweiz tätigen Ärzteschaft. Curafutura wiederum vertritt die Krankenversicherer CSS, Helsana, Sanitas und KPT.

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