Das Coronavirus hat unser aller Essverhalten verändert – nicht gerade positiv. Seit 2019 haben Schweizer im Schnitt 3,3 Kilogramm mehr auf den Hüften.
Übergweicht Coronavirus
Eine übergewichtige Person in einer Ausstellung. (Archivbild) - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Herr und Frau Schweizer werden immer dicker – vor allem in den letzten zwei Jahren.
  • Laut einer Studie haben wir seit 2019 im Schnitt 3,3 Kilogramm zugenommen.
  • Jedem vierten Schweizer fehlt das Geld für gesündere Ernährung.

Das Coronavirus hat so ziemlich jeden Lebensbereich von uns allen auf den Kopf gestellt – auch das Essverhalten. Die Pandemie hat das Durchschnittsgewicht in der Bevölkerung üppig hochgetrieben, wie eine Studie der Universität St. Gallen zeigt.

Im Schnitt haben Herr und Frau Schweizer im Vergleich zu 2019 satte 3,3 Kilogramm zugenommen. Das Coronavirus bedeutete für viele auch: Ab ins Homeoffice.

Homeoffice
Das Homeoffice hat vielen Schweizern körperlich zugesetzt.
Fitnesscenter Coronavirus
Aufgrund des Coronavirus hatten Fitnesscenter monatelang geschlossen. Vielen Personen fehlte die Bewegung.
Pizza Fast Food
Für gesundes Essen fehlte rund jedem Vierten das Geld.
Übergewicht
Ein Sonnenanbeter mit Übergewicht geniesst das schöne Wetter.

Da greift man schneller zu fettigen Snacks als am Arbeitsplatz. Hinzu kommt der kleinere Bewegungsradius und die Schliessung von etlichen Sportangeboten, wie SRF vorab aus der Studie berichtet.

45- bis 64-Jährige mit grösster Gewichtszunahme

Eine Altersgruppe hat dabei besonders an Gewicht zugelegt: Die 45- bis 64-Jährigen bringen heute 6,7 Kilogramm mehr auf die Waage als noch 2019.

«Wenn man die Ergebnisse mit den vorangegangenen vergleicht, dann ist dieses Mal die Gewichtszunahme extrem hoch», resümiert Studienleiter Thomas Rudolf. Zwischen 2014 und 2019 lag die Gewichtszunahme im Durchschnitt der Bevölkerung bei mageren 100 Gramm.

Thomas Rudolf
HSG-Professor Thomas Rudolf spricht über die Gewichtszunahme. Das Coronavirus hat die Gewichtszunahme in der Bevölkerung regelrecht explodieren lassen. - SRF

Das Forschungszentrum für Handelsmanagement führt die Studie in regelmässigen Abständen durch. Noch nie war die Gewichtsveränderung so gewaltig wie in der aktuellen Auflage.

Neben dem Homeoffice und verändertem Essverhalten gab rund jeder Vierte an, sich eine gesündere Ernährung nicht leisten zu können. Bei der letzten Auflage machten deutlich weniger Studienteilnehmer diese Aussage.

Haben Sie seit der Pandemie auch mehr auf den Rippen?

Das Übergewicht schlägt auf die Psyche: Jeder Dritte ist mit seiner Figur nicht zufrieden.

2019 war noch jeder Fünfte mit der eigenen Silhouette nicht zufrieden. Entsprechend hat sich das Interesse an spezieller Ernährungsweise seit 2019 fast verdoppelt.

Übergewicht führt zu schweren Verläufen mit Coronavirus

Ein weiteres Risiko, dass mit dem Übergewicht einhergeht: ein schwerer Covid-Verlauf. Laut US-Studien haben Menschen mit deutlichem Übergewicht (BMI über 30) ein erhöhtes Risiko, am Coronavirus zu sterben.

Als Ursprung werden die chronischen Entzündungsreaktionen im inneren Fettgewebe vermutet. Zudem ist die Lungenfunktion durch exzessives Fettgewebe gestört, das die Ausdehnung der Lunge behindert.

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