Coronavirus

    Coronavirus: Haben wir den Schnee der Corona-Flugpause zu verdanken?

    Rebekka Affolter
    Rebekka Affolter

    Bern,

    In den letzten Tagen wurde die Schweiz vielerorts in ein Winterwunderland verwandelt. Könnte dies sogar dem Coronavirus zu verdanken sein? Wir fragen nach.

    schweiz schnee
    Die Schneebedeckungen wird in der Schweiz ohne weitere Klimamassnahmen mit grosser Wahrscheinlichkeit um bis zu über 80 Prozent zurückgehen. (Symbolbild) - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Viele Orte in der Schweiz wurden in den letzten Tagen stark eingeschneit.
    • Der starke Schneefall verwandelte die Schweiz in ein Winterwunderland.
    • Haben die Schneemengen mit der Flugpause im Lockdown zu tun?

    Die Schweiz als Winterwunderland – dies ist das Bild, das viele Menschen von unserem Land haben. In den letzten Tagen entsprach es auch ziemlich der Wahrheit: Viele Orte, sogar Städte wurden stark eingeschneit. Woher kam der plötzliche Schneefall?

    Die öffentlichen Verkehrsmittel standen teils still, Langläufer machten die Strassen der Stadt zu ihren Pisten: Der Schneefall in der Schweiz erreichte teilweise sogar fast Rekordausmasse.

    schnee schweiz
    Rheineck SG versinkt auch im Schnee. - Nau.ch

    Stephan Bader vom Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie sagt: «In Zürich ist es mit 30 Zentimeter die viertgrösste 1-Tages-Neuschneesumme seit Messbeginn 1931.»

    Zweithöchste 1-Tages-Neuschneesumme in St. Gallen

    St. Gallen befand sich sogar noch näher an einem Rekord: Mit 45 Zentimeter Neuschneesumme wurde die zweitgrösste 1-Tages-Neuschneesumme seit 1938 registriert.

    schlitteln
    Kinder schlitteln beim Aussichtspunkt im Irchelpark, am Samstag, 16. Januar 2021, in Zürich. - Keystone

    Die Frage stellt sich: Was führte zu diesen Unmengen an Schnee?

    Klar ist: Das Coronavirus und die damit verbundenen Folgen haben weltweit für einen Co2-Rückgang gesorgt. Der Flugverkehr hatte eine Pause. Könnte der starke Schneefall in der Schweiz damit zusammenhängen?

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    Luftbild des Neuschnees von letzter Woche aus Zürich. - Drone Air Media

    «Die Antwort ist nein», sagt Reto Knutti, ETH-Professor und Klimatologe, zu Nau.ch. Zwar habe es im Lockdown einen Einfluss auf die Luftqualität gegeben. Allerdings sei dieser auf die Temperatur und das Klima vernachlässigbar.

    «Klimawandel sieht man in langfristigen Trends»

    Wie Knutti weiter ausführt, seien einzelne «kalte oder schneereiche Tage nicht unmöglich». Allerdings werden sie wegen des Klimawandels seltener. «Den Klimawandel sieht man lokal erst in langfristigen Trends», so der Klimatologe.

    schnee schweiz
    Die Autos im Aargau und in Zürich sind voll geschneit. - Nau.ch

    Stephan Bader bläst ins gleiche Horn: «Die gigantischen ‹Vorleistungen›, welche wir in den letzten Jahrzehnten mit unseren Treibhausgas-Emissionen getätigt haben, sind derart gross, dass ein einzelnes Jahr mit etwas reduziertem Treibhausgas-Ausstoss kaum spürbar ist.»

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