Der Winter steht vor der Tür – und mit ihm die Zeit für Zecken- und Grippeimpfungen. Bei der Nachfrage dürfte auch das Coronavirus eine Rolle spielen.
Coronavirus
Das Coronavirus hat in Sachen Impf-Solidarität sensibilisiert, glaubt ein Apotheker. Das soll sich auch auf die Grippe-Impfung auswirken. (Symbolbild) - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Vor dem Winter werden Grippe- und Zeckenimpfungen wieder zum Thema.
  • Das Coronavirus könnte sich hier auf die Nachfrage auswirken.
  • Gesundheitsexperten glauben, die Pandemie beeinflusse auch die Grippen-Impf-Solidarität.

Seit Monaten steht sie ständig im Zentrum der medialen Aufmerksamkeit: Die Impfung gegen das Coronavirus. Nun, in der kalten Jahreszeit, beschäftigt auch die Frage nach anderen Spritzen erneut – Grippe- und Zeckenimpfungen stehen an.

Im vergangenen Winter blieb die Grippewelle wegen der Corona-Massnahmen aus – wie es dieses Jahr aussieht, ist unklar. Der Zürcher Apothekenverband geht allerdings von einer erhöhten Nachfrage nach Grippe-Impfungen aus, wie SRF berichtet.

Laut Verbands-Präsident Lorenz Schmid hat das nicht nur mit der Angst vor einer Grippe-Erkrankung zu tun. Er glaubt, die Pandemie habe die Menschen sensibilisiert: «Das Verständnis der Solidarität durch das Impfen ist gewachsen in der Bevölkerung.»

Kampagne zum Coronavirus hat Vertrauen in Impfungen «gestärkt»

Auch der Tessiner Virologe Andreas Cerny sieht das ähnlich. «Einige meiner Patienten, die die Grippeimpfung bisher nicht regelmässig gemacht haben, tun es diesmal.» Das Argument sei, dass die Immunität der Bevölkerung durch das Ausbleiben der Grippesaison letzten Winter schwinde. «Soweit ich das beurteilen kann, scheint mir, dass die Impfkampagne das Vertrauen in Impfungen und Prävention generell eher gestärkt hat.»

Coronavirus
Eine Grippeimpfung wird in einer Zürcher Apotheke vorbereitet. Dieses Jahr erwarten die Hersteller eine höhere Nachfrage als normalerweise.
Lorenz Schmid
Lorenz Schmid ist Präsident des Zürcher Apothekerverbands. Er glaubt, die Krise um das Coronavirus habe die Leute für Impf-Solidarität sensibilisiert.
Coronavirus
Auch Virologe Andreas Cerny hat Patienten, die sich dieses Jahr gegen die Grippe impfen lassen, das in den Vorjahren aber nicht taten.
Zecken-Impfung
Laut dem BAG kann man sich direkt vor oder nach der Corona-Impfung gegen Zecken oder Grippe impfen lassen. (Symbolbild)

Auch das Bundesamt für Gesundheit BAG erkennt, dass die Leute sich mehr mit der Impf-Frage beschäftigt haben. Auf Anfrage von Nau.ch sagt Sprecher Yann Hulmann: «Ob das Vertrauen in Impfungen beeinflusst wurde, können wir nicht sagen. Aber klar ist, dass die Bevölkerung sich allgemein viel mehr mit dem Thema Impfen auseinandergesetzt hat.»

Es werde sich noch zeigen, ob das Auswirkungen auf Impfungen allgemein haben wird. Allerdings gehen die Herstellerfirmen von Grippeimpfstoffen laut Hulmann 2021 von einer höheren Nachfrage als normalerweise aus.

BAG empfiehlt trotz Covid-Piks Grippen- und Zecken-Impfung

2019 war die Nachfrage für Zecken-Impfungen laut SRF rasant angestiegen, da fast alle Kantone als Zecken-Risikogebiete eingestuft wurden. 2020 brach sie im Vorjahresvergleich um 25 Prozent ein – wohl auch wegen Verunsicherung im Zusammenhang mit dem Coronavirus.

Lassen Sie sich gegen die Grippe impfen?

Das BAG empfiehlt jedoch die Grippen- und Zecken-Impfung auch, wenn man sich erst kürzlich gegen Corona hat immunisieren lassen. Sprecher Yann Hulmann rät: «Dies ist gleichzeitig, vorher oder nachher möglich. Jetzt im Herbst die Grippeimpfung und Anfang Jahr die FSME-Impfung.»

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