Chefermittlerin und Gemeindepräsi sind in derselben Weinzunft
Die Walliser Generalstaatsanwältin und der Gemeindepräsident von Crans-Montana teilen eine Gemeinsamkeit: Beide gehören einem hochexklusiven Club an.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Walliser Generalstaatsanwältin muss Kritik von einem Opferanwalt einstecken.
- Sie weist die Vorwürfe zurück.
- Der Gemeindepräsident von Crans-Montana hat sich bislang nicht öffentlich geäussert.
Die Walliser Weinbruderschaft «de la Channe» ist hervorragend vernetzt: Seit 1957 treffen sich hier Entscheidungsträger aus Politik, Wirtschaft und Kultur zu festlichen Anlässen.
Laut einem Bericht der «NZZ» gehören auch zwei besonders prominente Persönlichkeiten zur Zunft: Generalstaatsanwältin Beatrice Pilloud und der Gemeindepräsident von Crans-Montana, Nicolas Féraud. Beide gehören der FDP an.
Opferanwalt warnt vor «problematischer Nähe»
Am 28. März wollte Generalstaatsanwältin Béatrice Pilloud als Schirmherrin beim Frühlingsanlass der Weinzunft in Siders auftreten. Der hochexklusiven Vereinigung gehört sie seit mehreren Jahren an.
Doch die geplante Schirmherrschaft sorgt bei Ordensmitgliedern und einem Opferanwalt für Irritationen, wie die Zeitung weiter berichtet.
Der Opferanwalt Christophe de Galembert spricht von einer «problematischen Nähe», falls zwischen Mitgliedern der Staatsanwaltschaft und potenziell betroffenen Behördenvertretern engere Beziehungen bestehen sollten als bislang bekannt.
Ordenpräsident weist Filz-Vorwürfe zurück
Denn Pilloud soll als Schirmherrin für eine Organisation auftreten, der auch Personen angehören, gegen welche die Staatsanwaltschaft potenziell ermitteln muss. Pilloud sagte gegenüber der Zeitung, sie habe «keinerlei Kenntnis» von Férauds Mitgliedschaft gehabt.
Der Ordenspräsident Patrick Bérod weist Filz-Vorwürfe entschieden zurück: Im Zentrum des exklusiven Clubs stünden Weinkultur und Tradition – nicht Geschäfte.
Schirmherrin verzichtet wegen Familie
Pilloud hat ihre Meinung inzwischen geändert. Die Generalstaatsanwältin sagte, sie werde nicht an der Veranstaltung teilnehmen. Damit wolle sie ihre Familie schützen.
Der Gemeindepräsident von Crans-Montana, Nicolas Féraud, hat sich bislang nicht öffentlich zu seiner Mitgliedschaft geäussert.















