Im Kanton Waadt stehen am Sonntag die Gesamterneuerungswahlen für den siebenköpfigen Staatsrat und das Kantonsparlament an. Die grosse Frage ist, ob es den Bürgerlichen gelingt, die rot-grüne Mehrheit in der Kantonsregierung zu stürzen.
Isabelle Moret
Isabelle Moret will in die Regierung des Kantons Waadt. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Um dieses Ziel zu erreichen, setzten die Bürgerlichen erstmals seit 20 Jahren auf eine grosse Allianz.

Diese vereint fünf Kandidatinnen und Kandidaten der FDP, der SVP und der Mitte. Zurzeit stehen in der Kantonsregierung vier rot-grüne Mitglieder drei Angehörigen der FDP gegenüber.

Die FDP will ihre Sitze mit ihrer bisherigen Regierungsrätin Christelle Luisier sowie neu mit Nationalrätin Isabelle Moret und Nationalrat Frédéric Borloz verteidigen. Die SVP will den Wiedereinzug in die Waadtländer Regierung mit Nationalrat Michaël Buffat schaffen. Die Mitte tritt mit Valérie Dittli an.

Die linken Parteien versuchen ihrerseits ihre seit zehn Jahren andauernde Mehrheit in der Regierung halten. Für die nicht mehr antretende Béatrice Métraux schicken die Grünen Vassilis Venizelos ins Rennen. Er tritt auf einer gemeinsamen Liste mit den drei bisherigen SP-Staatsrätinnen Nuria Gorrite, Cesla Amarelle und Rebecca Ruiz zur Wahl an.

Genau umgekehrt präsentiert sich die Ausgangslage bei den Grossratswahlen. Während die Rechte ihre Mehrheit der Sitze unbedingt halten will, träumt die pluralistische Linke zum ersten Mal davon, das Blatt im 150-köpfigen Kantonsparlament zu wenden.

Derzeit gibt es im Grossen Rat 74 Abgeordnete auf der rechten (49 FDP und 25 SVP) und 63 auf der linken Seite (35 SP, 22 Grüne und 6 von der Linksallianz Ensemble à Gauche/Partei der Arbeit) sowie 13 in der Mitte (neun Grünliberale und vier Unabhängige).

Dem FDP-SVP-Block fehlen derzeit zwei Stimmen, um eine Mehrheit im Parlament zu haben. Um Abstimmungen zu gewinnen, sind sie deshalb auf die Unterstützung der Grünliberalen angewiesen.

Insgesamt kämpfen 962 Kandidaten um einen Sitz im Grossen Rat. 123 Kandidatinnen und Kandidatinnen stellen sich zur Wiederwahl.

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