Lebensmittel

Logistik-Chef warnt: «Dubai hat noch zehn Tage frische Lebensmittel»

Karin Aebischer
Karin Aebischer

March-Höfe,

Meeresrouten und Flughäfen in der Golfregion sind stark blockiert. Der Chef von Kühne+Nagel erklärt, was das für das Import-Mekka Dubai bedeutet.

Dubai
Der Souk in der Altstadt von Dubai ist zurzeit fast Touristen-frei. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Stefan Paul, der Chef des Schweizer Logistikunternehmens Kühne+Nagel, schlägt Alarm.
  • In Dubai droht eine Versorgungsknappheit.
  • In zehn Tagen sind die frischen Lebensmittel aufgebraucht.

Die Flugverbindungen in der Golfregion sind grösstenteils ausgesetzt und auch die Handels-Drehscheiben am Persischen Golf stehen wegen des Iran-Kriegs still.

Weltweite Lieferketten funktionieren nicht mehr. Das gibt Logistik-Unternehmen Aufwind. «Je grösser die Komplexität ist, desto stärker sind unsere Dienstleistungen gefragt.»

Das sagt Stefan Paul, CEO des weltweit tätigen Logistikunternehmens Kühne+Nagel mit Sitz in Schindellegi SZ im Interview mit SRF.

Seit dem Wochenende habe er tägliche Krisenmeetings, prüfe die Lage und schaue, dass es seinen Mitarbeitenden vor Ort gut gehe.

Da 18 Prozent der weltweiten Luftfrachtkapazitäten zurzeit wegfallen würden, stapeln sich die Waren an den Produktionsorten in Asien. «Wenn der Kunde diese Ware aber verkaufen will, steigt die Nachfrage nach zusätzlichen Kapazitäten. Unsere Aufgabe ist es, Flugzeuge dorthin zu bringen, wo die Nachfrage besteht», so Paul zum Sender.

Ein Charterflieger von Asien nach Europa koste bis zu 500'000 Franken. In der Corona-Zeit auch schon mal bis zu einer Million Franken. Stefan Paul: «Um solche Flieger einzukaufen, braucht man eine gewisse Finanzkraft. Das können nur die Grossen.»

«Im Frischebereich schnell knapp»

Trotz dieser Flüge kann das Import-Problem für die Golfstaaten wie Dubai nicht so einfach gelöst werden. «Dubai hat zum Beispiel nur noch frische Lebensmittel für etwa zehn Tage. Da sehr viel importiert wird, könnte es gerade im Frischebereich schnell knapp werden.»

Kannst du dir vorstellen, in Zukunft Dubai zu bereisen?

Die Alternativen sind dünn gesät. Man könne zwar Ware nach Saudi-Arabien fliegen und von dort mit Lastwagen weitertransportieren. Aber man müsse sich das Ausmass vorstellen. «Ein einziges Containerschiff fasst 20’000 Container.»

So viele Sattelschlepper können man gar nicht chartern, um das aufzufangen. «Wenn die Situation länger andauert, wird es zu Engpässen kommen», so Paul.

Kommentare

User #3629 (nicht angemeldet)

Können ja öl saufen

User #6531 (nicht angemeldet)

12 Millionen in der Schweiz zu ernähren ist kein Problem. Der HEV findet jährlich 70-80 Tausend mehr Mieter, ist sehr lukrativ.

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