Bund holt Informationen zu Luftabwehrsystemen ein
Der Bund treibt die Beschaffung eines zusätzlichen Luftabwehrsystems von grosser Reichweite voran. Dies als Ergänzung zu den US-amerikanischen Patriot-Raketen. Er holt in vier Staaten entsprechende Informationen ein.

Man habe vier Staaten und fünf Hersteller angefragt, teilte Kaj-Gunnar Sievert, Sprecher des Bundesamts für Rüstung (Armasuisse), am Samstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mit. Er bestätigte damit einen Bericht der Zeitungen von CH Media.
Armasuisse hat den Angaben zufolge Anfragen an Hersteller aus Deutschland, Frankreich, Israel und Südkorea gestellt. Dabei handle es sich um sogenannte Requests for Information, so Sievert: «Im Vordergrund stehen Lieferzeit, Kosten, Leistungsfähigkeit und die Produktionsanteile in Europa, im Idealfall in der Schweiz.»
Die Informationen dürften laut dem Bundesamt bis Ende Mal vorliegen. Eine Offerte stellten sie jedoch noch nicht dar, präzisierte Sievert auf Anfrage. Darum werde der Bundesrat zu diesem Zeitpunkt noch keinen Typenentscheid fällen. Zur Frage, um welche Hersteller und Systeme es konkret geht, äusserte sich Armasuisse nicht.
Der Bundesrat hatte im März entschieden, prüfen zu lassen, ob die Schweiz neben dem Patriot-System aus den USA ein zusätzliches, bevorzugt in Europa produziertes System zur bodengestützten Luftverteidigung beschaffen soll.
Die Landesregierung reagierte mit ihrer Entscheidung nach Aussage von Verteidigungsminister Martin Pfister auf die verschärfte Bedrohungslage in Europa durch Distanzwaffen. Dies namentlich angesichts der Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten.
Bereits bestellt hat die Schweiz das Patriot-System. Die Schweizer Armee erhält das in den USA bestellte Luftabwehrsystem allerdings vier bis fünf Jahre später als ursprünglich geplant, wie Ende Februar bekannt wurde. Ursprünglich war vorgesehen, dass das System 2027 und 2028 geliefert werden sollte.
Diese Verspätung möchte der Bundesrat mit dem Kauf eines zweiten Systems abfedern. Zugleich will er nach eigenen Angaben die Abhängigkeit von den USA reduzieren. Der Schritt erhöhe die Flexibilität im Konfliktfall, erklärte Pfister im März.






