Ramadan

    Bieler Prediger Abu Ramadan weist Vorwürfe zurück

    Keystone-SDA
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    Biel/Bienne,

    Ab heute Montag muss sich Abu Ramadan in Biel wegen Rassendiskriminierung und Betrug vor Gericht verantworten. Der Prediger weist alle Vorwürfe zurück.

    Bieler Imam Sozialhilfebetrug
    Der Eingang zur Ar'Rahman-Moschee in Biel. Der Bieler Imam Abu Ramadan predigte in der Ar'Rahman Moschee. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Abu Ramadan muss sich ab heute Montag in Biel vor Gericht verantworten.
    • Dem Prediger wird Rassendiskriminierung und Betrug vorgeworfen.
    • Der Libyer weist die Vorwürfe zurück.

    Der umstrittene Bieler Prediger Abu Ramadan wehrt sich gegen eine Verurteilung wegen Rassendiskriminierung und Betrug. Vor dem Regionalgericht in Biel BE wies er am Montag die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft zurück.

    Laut Anklageschrift soll Abu Ramadan am 7. Juli 2017 als Laienprediger in der Bieler Ar'Rahman-Moschee zu Hass gegen Personen aufgrund von deren Religion oder Ethnie aufgerufen haben. Im Visier soll er Juden, Christen, Hindus, Russen und Schiiten gehabt haben.

    Der Libyer kritisierte, man habe eine einzige seiner Predigten untersucht und dabei einzelne Passagen aus dem Zusammenhang gerissen. In anderen Predigten habe der 68-Jährige beispielsweise vor der Terrororganisation Islamischer Staat gewarnt, doch davon spreche niemand.

    Weiter wird er beschuldigt, in seiner Wohngemeinde Nidau unrechtmässig Sozialhilfe in der Höhe von rund 46’000 Franken bezogen zu haben. Er soll den Gemeindebehörden erklärt haben, über keinerlei Einkommen und Vermögen zu verfügen. Doch gleichzeitig habe er bei der Organisation von Pilgerreisen mitgeholfen und dabei ein konkretes Einkommen erzielt.

    Urteil gegen Abend erwartet

    Abu Ramadan entgegnete, er habe alles freiwillig gemacht und nichts an seinen Dienstleistungen verdient. Es habe Geldflüsse zwischen Pilgern, ihm und den Reiseorganisatoren gegeben, aber dabei sei alles mit rechten Dingen zugegangen. Für seine religiös motivierten Tätigkeiten habe er generell nie Lohn bezogen und auch seine Freiwilligenarbeit in der Moschee unentgeltlich geleistet.

    Am Prozess in Biel stehen die Plädoyers noch aus. Das Urteil soll nach Möglichkeit am frühen Abend verkündet werden.

    Abu Ramadan
    Der Bieler Imam Abu Ramadan predigt für die Zerstörung von Juden, Christen, Hindus, Russen und Schiiten. - SRF Rundschau

    Bei einer Verurteilung droht Abu Ramadan die Ausschaffung. Er lebt zurzeit dank einer C-Bewilligung in der Schweiz. Die Bundesbehörden hatten ihm 2017 seinen Asylstatus entzogen, nachdem er immer wieder in sein Heimatland Libyen gereist war. Dort leben heute noch eine seiner Töchter sowie zwei Brüder und eine Schwester.

    Eine dauerhafte Rückkehr nach Libyen könne er sich nicht vorstellen, sagte Abu Ramadan. Dort sei er Gefahren durch die Anhänger des früheren Machthabers Muammar al-Gaddafi ausgesetzt, die Teile des Landes kontrollierten.

    Zuletzt sei er vor ein paar Monaten in der Hauptstadt Tripolis gewesen. Diese Reise sei schwierig gewesen; zeitweise habe man ihm den Pass abgenommen.

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