Beschwerden gegen Werbung bleiben in der Schweiz auf Rekordniveau
Die Zahl der Beschwerden über unlautere Werbung hat 2025 einen neuen Rekord erreicht. Wie schon im Vorjahr war eine einzelne Kampagne für einen grossen Teil der Eingaben bei der Schweizerischen Lauterkeitskommission verantwortlich.

Insgesamt 240 Beschwerden behandelte die Kommission im vergangenen Jahr. Ein beachtlicher Teil davon habe sich gegen eine einzelne Plakatkampagne gerichtet, teilte die Schweizerische Lauterkeitskommission (SLK) am Montag mit.
Die Zahl der Eingaben liege damit weiterhin deutlich über dem langjährigen Durchschnitt von rund 110 Verfahren pro Jahr. Bereits das Vorjahr 2024 war mit 221 Beschwerden ein Rekordjahr gewesen. Damals richteten sich rund 100 der Eingaben gegen die Plakatwerbung eines Bordellbetreibers.
Der häufigste Vorwurf im Jahr 2025 war mit 45,4 Prozent die Irreführung. Fast jede zweite Beschwerde beanstandete, dass die kommerzielle Kommunikation nicht richtig oder irreführend sei.
Einen Rückgang verzeichnete die Kommission bei den aggressiven Verkaufsmethoden, deren Anteil um rund sieben Prozent auf 14,9 Prozent sank. Auch der Anteil der Beschwerden wegen Geschlechterdiskriminierung sank auf 8,8 Prozent. Im Jahr 2021 hatte dieser Wert noch bei 23,7 Prozent gelegen.
Aufgeschlüsselt nach Branchen entfielen die meisten Beschwerden mit 15,3 Prozent auf den Bereich Freizeit, Touristik, Hotel und Restaurant. Dahinter folgten die Branchen Haus und Garten mit 11,6 Prozent sowie Dienstleistung und Administration und Pharma und Gesundheit mit je 7,4 Prozent.
Bei den beanstandeten Medien lag das Internet mit 40,5 Prozent der Fälle an der Spitze. Auf den weiteren Plätzen folgten Direktmarketing mit 15,9 Prozent, Aussenwerbung mit 11,5 Prozent und soziale Medien mit 10,6 Prozent.
Fast zwei Drittel der Beschwerden (64,9 Prozent) hiess die Kommission im vergangenen Jahr gut. 29,7 Prozent der Eingaben wurden abgewiesen. Auf 5,4 Prozent der Beschwerden traten die Kammern nicht ein. Alle eingereichten Rekurse wies das Plenum ab.
Das mediale Interesse konzentrierte sich laut der Mitteilung auf neue Werbeformen wie Influencermarketing und den Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI). Dabei gehe es um die transparente Kennzeichnung von Partnerschaften und von KI-generierten Inhalten.
«Für die Glaubwürdigkeit der Werbung ist entscheidend, dass kommerzielle Kommunikation auch hier klar erkennbar bleibt», liess sich SLK-Präsident und Mitte-Nationalrat Philipp Kutter zitieren. Die SLK ist seit 1966 das Selbstkontrollorgan der Werbebranche.






