Benzintouris überrennen Ösis: «Tanke nie in Schweiz»
Wegen des Konflikts in Nahost ist das Tanken in der Schweiz aktuell teuer. Das treibt Schweizerinnen und Schweizer ins Nachbarland Österreich.
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Das Wichtigste in Kürze
- Die Preise an Schweizer Zapfsäulen sind momentan hoch.
- Günstiger tankt es sich im nahen Österreich. Das wissen auch Schweizer Tanktouristen.
- Doch: Ennet der Grenze zu tanken, lohne sich nur, wenn man sowieso in der Nähe sei.
Wer aktuell eine Zapfsäule in der Schweiz ansteuern muss, spürt das im Portemonnaie.
Denn: Wegen dem Konflikt in Nahost und der schwierigen Situation rund um die Strasse von Hormus ist der Ölpreis hoch.
Das macht sich an der Tankstelle bemerkbar. Wer heute in der Schweiz tankt, muss bei Benzin 95 mit Preisen bei rund 2.16 Franken pro Liter rechnen. Noch krasser sieht es beim Diesel aus, der mit etwa 2.46 Franken pro Liter zu Buche schlägt.
In Österreich tankt es sich deutlich günstiger
Anders ist die Lage im benachbarten Österreich. Dort kostet der Liter Benzin 95 nur rund 1.83 Euro, also umgerechnet rund 1.69 Franken. Ein krasser Unterschied von 47 Rappen!
Und auch Diesel tankt man in Österreich zu einem günstigeren Preis von rund 2.14 Euro – umgerechnet 1.98 Franken. Auch hier spart man 48 Rappen.
Das treibt Schweizer an österreichische Zapfsäulen. Mit Nau.ch sprechen die Tanktouristinnen und Touristen im grenznahen Lustenau über ihre Beweggründe.
«Extra hier rauszufahren, lohnt sich nicht»
Adrina aus St. Gallen hat Glück: Sie muss nur zwei Minuten von ihrem Zuhause aus fahren, um in Österreich deutlich günstiger zu tanken. «Es lohnt sich schon», erklärt sie.
Der Zürcher Bruno (66) meint: «Es lohnt sich nicht, nur zum Tanken hier rauszufahren. Das ist ein Schwachsinn.» Er sei aber jobmässig in der Region – «dann macht es relativ viel aus.»
Auch Julia aus Zürich würde nicht extra fürs Tanken nach Österreich reisen. Auf der Durchreise nimmt sie die deutlich günstigeren Benzinpreise aber gerne.
Der Liechtensteiner Gianni (45) arbeitet in der Nähe und nutzt deshalb das günstigere Tanken im Nachbarland. «Wenn man die Preise in Österreich ansieht, ist es hier zum Tanken etwas günstiger.»
Er spare rund 20 Franken – pro Tankstopp. Das sei auch nicht übertrieben viel. Auch er findet: «Extra hier rauszufahren, lohnt sich nicht.»
Schweizer spüren es im Portemonnaie – fahren trotzdem nicht weniger
«Ich tanke nie in der Schweiz», erzählt derweil Pierre (70) aus St. Gallen. Das handhabe er jedoch schon seit 50 Jahren so. Er wohnt «direkt an der Grenze gleich hier in der Nähe».
Er sorgt sich, weil in der Schweiz alles teurer wird. «Bei den Rentnern ist die Teuerung um 1.59 Prozent gestiegen. Und der ‹Most› ist im vergangenen Jahr 40 Prozent teurer geworden.»
Und auch Bruno findet: «Es gibt schon Sachen, die aktuell zum Denken anregen.»
Die Situation an der Zapfsäule sei der Lage auf dem Weltmarkt geschuldet. Trotz der höheren Preise lasse er das Auto jedoch nicht stehen: «Wenn ich das Auto brauche, brauche ich das Auto.»















