Jetzt sollen Hundehalter sogar Pipi vom Baum putzen
In einem Wiener Quartier sind Hundehaltende angehalten, den Urin ihrer Hunde an Bäumen abzuspülen. Denn das Ammoniak im Hundebisi greife die Rinde der Bäume an.

Das Wichtigste in Kürze
- Das Wiener Quartier Neubau hat neue Gassi-Richtlinien herausgegeben.
- Hunde-Urin muss künftig von Bäumen weggespült werden.
- Grund dafür: Ammoniak im Urin greift die Baumrinde an und macht die Bäume anfälliger für Pilze und Krankheitserreger.
Doch genau das dürfte im Wiener Quartier Neubau von jetzt an etwas komplizierter werden. Denn: Das Quartier hat neue Richtlinien fürs Gassigehen eingeführt.
Unter dem Motto «Schönes Gassi» will der Stadtteil die Auswirkungen der rund 600 Hunde auf die Grünflächen der Gegend minimieren.
Ammoniak im Hundebisi greift Baumrinde an
Eine wichtige neue Richtlinie: Künftig soll man nicht nur ein Säckli für den Hundekot bei sich tragen. Auch eine Flasche gehöre beim Gassigehen neu dazu, berichtet der «Guardian».
Mit dieser solle man das Hundebisi von der Baumrinde abspülen. Denn: Das Ammoniak im Urin der Hunde greift die Rinde der Bäume an.
Ist die Schutzschicht geschwächt, können Pilze und Krankheitserreger den Stamm befallen. So will man die 250 Bäume schützen, die man im letzten Jahrzehnt zur Abmilderung der Klimakrise gepflanzt hat.
Die Bürgerinitiative «Grätzllabor» erklärt der Zeitung: «Während das Markieren des Reviers für Hunde eine Form der Kommunikation ist, bedeutet es für Stadtbäume Stress.» Dieser könne zu Fäulnis und zu einer Beeinträchtigung der Stabilität eines Baumes führen.
Chiasso verteilt Bussen, wenn Hundeurin nicht weggespült wird
Allein ist Wien mit der Forderung, Hundeurin wegzumachen, nicht. Auch in der Schweiz hat diese Regelung bereits Einzug gehalten.
In Chiasso TI müssen Herrchen und Frauchen das Pipi der Hunde beim Gassigehen seit Mitte August von der Strasse wegspülen. Denn: Zahlreiche Einwohner der Gemeinde beschwerten sich im heissen Sommer über den Gestank, den die Vierbeiner hinterlassen.
Seither wird die Regelung durchgesetzt – auch mit Bussen. Wer Hunde-Urin nicht entfernt, wird zuerst verwarnt. Beim zweiten Patzer gibt es dann eine 100-Franken-Busse.
Auch im restlichen Ausland ist die Regelung verbreitet. Wer in Barcelona Hundebisi nicht wegspült, kann mit 300 Euro gebüsst werden. Und auch die italienischen Städte Livorno und Parma fordern, dass Hunde-Urin beseitigt wird.















