Bellechasse FR: Lage nach Gefängnisaufstand unter Kontrolle
In der Strafanstalt in Bellechasse FR haben am Montagabend 32 Insassen des geschlossenen Vollzugs während fast drei Stunden gegen ihre Haftbedingungen protestiert. Nach dem Aufstand werden sie nun von der Leitung der Freiburger Haftanstalt befragt.

Dies könne einige Zeit in Anspruch nehmen, teilte Didier Page, stellvertretender Generalsekretär und Kommunikationsbeauftragter der Direktion für Sicherheit, Justiz und Sport (DSJS), am Donnerstag der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mit. Um den Sachverhalt aufzuklären, werden laut Page Überwachungsvideos eingesetzt.
Aus Protest gegen ihre Haftbedingungen weigerten sich die aufständischen Gefangenen, in ihre Zellen zurückzukehren, verbarrikadierten sich und verhielten sich aggressiv und gewalttätig, wie Page mitteilte. Er bestätigte damit eine Information von RTS.
Grund für den Aufstand waren die als zu hoch empfundenen Kosten für Telefonate und den Kauf von Lebensmitteln. Gemäss Page verhielten sich die Häftlinge gegenüber den Vollzugsbeamten vor Ort sehr aggressiv, begingen Sachbeschädigungen und äusserten schwere Drohungen.
Das Gefängnispersonal wurde daraufhin zurückgerufen. Die Leitung habe die Kantonspolizei zur Verstärkung hinzugerufen. Nach Verhandlungen kehrten die aufständischen Insassen am Montag gegen 22.00 Uhr in ihre Zellen zurück, wie es weiter hiess. Nach drei Stunden konnte die Lage beruhigt werden. Verletzt worden sei niemand.
Man habe die Lage stets unter Kontrolle gehabt. Einige der Beteiligten werden oder wurden bereits in Hochsicherheitszellen gebracht, wie er weiter mitteilte. «Seit ich mich erinnern kann, also seit 20 bis 25 Jahren, ist so etwas noch nie vorgekommen», so Page.
Derzeit arbeite die Leitung der Freiburger Haftanstalt (EDFR) daran, bestimmte Forderungen der Häftlinge zu verbessern. Im November hatten die Strafgefangenen eine Liste mit Forderungen an die Leitung der EDFR und die DSJS geschickt. Diese würden derzeit überprüft, eine Antwort sei in Ausarbeitung, sagte Page der Zeitung «La Liberté». Die Forderungen seien vielfältig und unterschiedlich, gab er Keystone-SDA Auskunft.
Im September 2025 bewilligte das Freiburger Stimmvolk einen Kredit in Höhe von 53,1 Millionen Franken für den Bau eines neuen kantonalen Zentralgefängnisses.










