Bei Arztbesuchen: Trans Frau Valerie fühlt sich «wie Affe im Zoo»

    Simon Ulrich
    Simon Ulrich

    Zürich,

    Ihre Geschlechtsidentität stehe oft stärker im Fokus als ihre Beschwerden, sagt eine 20-Jährige. Ein Kinderarzt will Personal für LGBT-Themen schulen.

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    Trans Frau Valerie berichtet von diskriminierenden Erfahrungen im Gesundheitswesen. - SRF «Reporter»

    Das Wichtigste in Kürze

    • Trans Frau Valerie berichtet von belastenden Erfahrungen bei Arztbesuchen.
    • Ihre Geschlechtsidentität stehe oft stärker im Fokus als ihre Beschwerden.
    • Kinderarzt Michael Pereira will medizinisches Personal für queere Menschen sensibilisieren.

    Für trans Frau Valerie (mit männlichen Merkmalen geboren) sind Arztbesuche häufig mit unangenehmen Erfahrungen verbunden. Sie fühle sich jeweils «wie ein Affe im Zoo», erzählt sie in der SRF-Sendung «Reporter».

    Das Problem: Sobald Ärzte erfahren, dass sie trans ist, stehe häufig ihre Geschlechtsidentität im Mittelpunkt. Ihre eigentlichen Beschwerden würden dadurch in den Hintergrund geraten.

    Valerie fühlt sich bei Arztbesuchen nicht ernst genommen

    Besonders frustrierend sei das bei alltäglichen Erkrankungen. Selbst wegen einer Blasenentzündung werde sie von einem Spezialisten zum nächsten geschickt, sagt Valerie. Als Mensch und Patientin fühle sie sich vernachlässigt und «nicht wahrgenommen».

    Vom Gesundheitspersonal fordert die 20-Jährige deshalb mehr Verständnis. Richtig zuhören solle man ihr, Glauben schenken, anstatt sie von vornherein als «hysterisch» abzustempeln.

    Studie zeigt Diskriminierung im Gesundheitswesen

    Die Betroffene schildert ein Problem, das auch andere queere Menschen kennen. Ein vom Bund in Auftrag gegebener Forschungsbericht kam 2022 zum Schluss: Rund ein Viertel der befragten LGBT-Personen hat bereits Diskriminierung oder Gewalt im Gesundheitswesen erlebt.

    Dagegen setzt sich der aus Zermatt stammende Kinderarzt Michael Pereira ein. Der 32-Jährige wurde im Sommer zum «Mister Gay Europe» gekürt.

    Sollte medizinisches Personal stärker im Umgang mit LGBT-Patientinnen und -Patienten geschult werden?

    Seine Bekanntheit möchte Pereira nutzen, um das medizinische Personal stärker für LGBT-Themen zu sensibilisieren. Sein Ziel ist ein Gesundheitswesen, in dem queere Menschen ohne Vorurteile behandelt werden.

    Kinderarzt entwickelt Schulungen für Fachpersonal

    Pereira kennt Unsicherheiten im Umgang mit queeren Patientinnen und Patienten auch aus seinem eigenen Berufsalltag.

    «Sogar ich komme ja teilweise an meine Grenzen. Wie sollen dann Leute, die sich mit dem Thema noch nie auseinandergesetzt haben, wissen, wie sie damit umgehen sollen?», sagt er gegenüber SRF.

    Im Rahmen seines Projekts «Save to grow» hat er deshalb ein Schulungsangebot für medizinisches Personal entwickelt. Es soll Fachpersonen helfen, kompetent und respektvoll mit queeren Kindern, Jugendlichen und Regenbogenfamilien umzugehen.

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