Lichterlöschen für Federmäuse: Das Walliser Dorf Fully will seine Kolonie von Grossen und Kleinen Mausohren besser schützen. Im Sommer bleiben mehrere Strassenlampen zwischen der Kirche, dem Schlafplatz der geflügelten Säugetiere, und dem Jagdgebiet ausgeschaltet.
Das Grosse Mausohr ist die grösste Fledermausart der Schweiz. (Archivbild)
Das Grosse Mausohr ist die grösste Fledermausart der Schweiz. (Archivbild) - sda - Keystone/ARCHIVE

Das Wichtigste in Kürze

  • Fully hatte bereits in der Vergangenheit auf Anregung des Fledermaus-Netzwerks Wallis mehrere Massnahmen zum Schutz dieser landesweit bedeutenden Kolonie ergriffen.

Mit den neuen Dunkelkorridoren beteilige sich die Gemeinde aktiv an der Erhaltung und Reproduktion der in der Schweiz bedrohten Fledermausarten«, sagte Kirche von Fully, die etwa 30 Individuen beherbergt.

Die Weibchen versammeln sich im Frühjahr, um zu gebären und ihre Jungen während des Sommers aufzuziehen. In der Zwischenzeit treiben sich die einzelgängerischen Männchen anderswo herum.

In den Jahren 2016 und 2017 wurden in Fully mehrere Schritte unternommen, um das Eindringen von Mardern und das Einsickern von Wasser in den Dachboden der Kirche zu verhindern. Ausserdem wurde eine neue abnehmbare Tür installiert, um den nachtaktiven Fliegern den Zugang zu erleichtern.

2019 wurde auf dem Dachboden der Kirche in Fully eine Kamera installiert. Damit können Interessierte die Fledermäuse live beobachten.

In der Schweiz sind bislang 30 Fledermausarten nachgewiesen worden. In den letzten Jahrzehnten haben in Mitteleuropa einige Arten enorme Bestandeseinbussen erlitten: Quartierverlust, direkte oder indirekte Verfolgung, Pestizide und die Fragmentierung und Zerstörung von Jagdhabitaten sind Hauptgründe für den Rückgang. Als eines der weltweit ersten Länder stellte die Schweiz 1966 die Fledermäuse unter Schutz.

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