Attentat im Zuger Kantonsrat schockt vor 25 Jahren die Schweiz

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Region Zug,

Drei Zuger Regierungsrats- und elf Kantonsratsmitglieder haben am 27. September 2001 beim schlimmsten Attentat der Schweizer Geschichte ihr Leben verloren. Die Tat schockte das ganze Land.

Angehörige von Opfern des Attentats trauern vor dem Parlamentsgebäude in Zug. (Archivbild)
Angehörige von Opfern des Attentats trauern vor dem Parlamentsgebäude in Zug. (Archivbild) - KEYSTONE/URS FLUEELER

Auf der Treppe vor dem Zuger Regierungsgebäude wurden im Lauf dieses folgenschweren Donnerstags Blumen niedergelegt. Angehörige spendeten sich Trost. Die Betroffenheit und Trauer waren riesig – nach anfänglichem Schock und Konfusion wurde in den Stunden nach der Tat deren Ausmass immer klarer.

Katastrophenalarm und Grossaufgebot

Wenige Minuten nur hatte der Angriff gedauert, der um etwa 10.30 Uhr begann. Der Attentäter schoss dabei im Kantonsratssaal um sich. Um die Mittagszeit stand fest, dass es zahlreiche Tote gab. Deren Identität wurde gegen Abend bekannt gegeben. Über ein Dutzend Verletzte benötigten Spitalpflege.

Nach dem ausgelösten Katastrophenalarm rückte ein Grossaufgebot von Einsatzkräften aus. 14 Ambulanzen und zwei Rega-Helikopter waren vor Ort. 100 Personen des städtischen und kantonalen Polizeikorps sowie 240 Feuerwehrleute aus Zug, Cham und Baar.

«Stunde des Entsetzens»

Der damalige Bundespräsident Moritz Leuenberger (SP) besuchte Zug am Abend und sprach von einer «Stunde des Entsetzens». Auch Staatschefs aus dem Ausland sprachen ihr Beileid aus. Nationalratspräsident Peter Hess (CVP), selbst Zuger, liess die laufende Sitzung der Grossen Kammer frühzeitig beenden. Auf dem Bundeshaus standen die Fahnen in der Folge auf Halbmast.

Am Abend fand in der Zuger St.-Oswald-Kirche eine Andacht statt. Die Trauergemeinde zog mit Kerzen zum Landsgemeindeplatz.

Drei Tage später, am Montag, 1. Oktober 2001, gab es eine Trauerfeier in Zug sowie eine Schweigeminute in der ganzen Schweiz. Daran beteiligten sich auch einige Medien: Die Radio- und Fernsehsender der SRG und etliche Privatsender blieben für eine Minute stumm. Am ökumenischen Gottesdienst nahmen Tausende teil. Rund 500 Vertreterinnen und Vertreter von Politik, Wirtschaft und Kirche waren zugegen.

Attentat wirkte lange nach

Der Täter war Friedrich Leibacher, ein 57-jähriger Schweizer, der öfters mit dem Gesetz in Konflikt kam und keiner geregelten Arbeit nachging. Er handelte aus Hass auf die Zuger Behörden. Das Attentat plante er alleine und von langer Hand. Er richtete sich bei der Tat selbst.

Das Attentat wirkte in Zug und darüber hinaus lange nach. Mit Kirchengeläut und Gedenkanlässen wurde an den Jahrestagen der Opfer gedacht. Die kantonale Politik fand mit der Zeit zum Normalbetrieb zurück, wobei heute in Zug und der ganzen Schweiz in den Parlamenten schärfere Sicherheitsmassnahmen gelten. Der 27. September 2001 sorgte für eine Zäsur, zuallererst im Leben der Trauernden.

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