Assistentin des Circus Knie schrieb Bewerbung im Fussballstadion
Der Circus Knie tourt wieder durch die Schweiz. Direktionsassistentin Nerina Baldauf steht der Familie Knie stets zu Diensten.

Das Wichtigste in Kürze
- Nerina Baldauf (34) hat im Circus Knie ihren Traumjob gefunden.
- Sie unterstützt die Familie Knie «überall, wo ich kann».
- Auch weiss sie, womit Fans bei Ivan Knie rechnen können.
Die Artistinnen und Artisten sind die Stars der Manege. Diese Saison beeindruckt Aylona Pavlova das Publikum mit ihren Kunststücken im Luftring.
Für Nervenkitzel sorgen die Fahrerinnen und Fahrer im «Splitting Globe of Speed»: Auf Motorrädern flitzen sie in einer Stahlkugel herum. Dazwischen bringt Clown Matute Alvarez das Publikum zum Lachen. Wie jedes Jahr verzaubern die traditionellen Pferdenummern der Knie-Sprösslinge das Publikum.
Aber auch Menschen hinter den Kulissen sorgen dafür, dass der Circus Knie eine tolle Show bieten kann. Einer von ihnen ist Direktionsassistentin Nerina Baldauf.
Bewerbung im Fussballstadion
«Es war immer ein Traum von mir, Teil dieser Circuswelt zu sein», sagt Nerina Baldauf. Der Besuch im Circus Knie sei für sie immer das «Highlight des Jahres» gewesen. Als Kind besuchte sie die Vorstellungen mit den Eltern. «Als ich mein eigenes Geld verdiente, ging ich mit Freundinnen hin.»
Immer wieder hielt die 34-Jährige nach einem Job bei ihrem Lieblingszirkus Ausschau. «Als Elektrikerin konnte ich mich nicht bewerben», sagt Baldauf lachend. Sie ist ausgebildete Kauffrau und arbeitete zuvor als Radiomoderatorin.
2023 schrieb der Zirkus die Stelle als Direktionsassistentin aus. «Ich weiss noch, wie ich an einem Match im Fussballstadion sass und von dort aus sofort die Bewerbung abschickte.»
Familie sei ständig beschäftigt
Inzwischen arbeitet die Schaffhauserin seit über zweieinhalb Jahren beim Circus Knie. Von März bis Januar reist sie mit dem Zirkus durch die Schweiz. In dieser Zeit hat sie die Bedürfnisse der Familie Knie gut kennengelernt.
Bei drei Shows pro Tag sei die Familie Knie ständig beschäftigt, sagt Baldauf. «Ich unterstütze sie deshalb überall, wo ich kann.»
Géraldine Knie ist artistische Direktorin. Sohn Ivan Knie übernimmt zunehmend repräsentative Aufgaben. Oft chauffiert die Direktionsassistentin sie zu Terminen oder holt sie ab.
«Es kommt auch immer mal wieder vor, dass ich Einkäufe und Abholungen für die Knies mache.» Oft meldet sich ein Familienmitglied auch spontan bei ihr. «Wenn jemandem ein Gedanke oder eine Idee in den Kopf schiesst, kommt das teilweise postwendend zu mir.»
«Nimmt sich gerne rasch Zeit»
Auch ausserhalb der Manege fällt die bekannte Schweizer Zirkusfamilie auf. Dies trifft vor allem auf Ivan Knie zu, da der 24-Jährige den Zirkus nach aussen vertritt. «Er nimmt sich gerne rasch Zeit, um mit den Leuten zu reden oder ein Selfie zu machen.»
Baldauf stellt aber fest, dass die Passantinnen und Passanten sehr zurückhaltend sind. «In den USA würden die Knies wohl richtig belagert werden», vermutet sie. Bei der Direktionsassistentin landen auch Anfragen für Treffen mit den Mitgliedern der Familie.
«Viele wollen ein Pferdetraining bei Fredy Knie machen», sagt Baldauf. In der Reithalle beim Kinderzoo in Rapperswil SG gibt er im Rahmen einer Veranstaltungsreihe jeweils einen Einblick in seine Arbeit.
Fredy Knie junior ist ehemaliger Zirkusdirektor und arbeitet als Pferdedresseur. Die Universität Zürich verlieh ihm 2025 die Ehrendoktorwürde für seine herausragenden Verdienste als Pferdedresseur.
«Arbeitstage an schönsten Orten»
Viele Anfragen bekommt auch Ivan Knie. Geburtstagsgäste wollen ihn im Zirkus treffen. «Passt es in Ivans Kalender, kommt er gerne vorbei», sagt Nerina Baldauf. «Man darf nicht vergessen: Die Knies sind nicht nur beschäftigt, wenn die Show läuft.»
In der Regel bestehe aber auch eine Chance auf eine Begegnung, wenn man im Buffetzelt Ausschau halte. «Sind die Knies gerade da, machen sie mit Besucherinnen und Besuchern gerne ein Selfie.»
Nerina Baldaufs Arbeitsplatz befindet sich in einem Bürowagen. Unter der Woche wohnt die Direktionsassistentin in einer Personalunterkunft auf dem Platz. «Ich verbringe meine Arbeitstage an den schönsten Orten der Schweiz», schwärmt sie.
Der Zirkus gastiert unter anderem in Lausanne. «Ich geniesse es, am Feierabend am Genfersee spazieren zu gehen», sagt Baldauf. An den Wochenenden sind die Tournee-Büros geschlossen. «Dann reise ich gerne in meine Heimat nach Schaffhausen, um Zeit mit Familie und Freunden zu verbringen.»






















