Zirkus Knie

Circus Knie startet in Rapperswil-Jona SG in die Tournee

Keystone-SDA
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Rapperswil-Jona,

Am Freitagabend hat das neue Programm des Circus Knie in Rapperswil-Jona SG Premiere gefeiert. Auf der anschliessenden Tournee gastiert der Schweizerische Nationalzirkus an 23 Stationen. Was Besucherinnen und Besucher unter der Zirkuskuppel erwartet.

Sorgte für Staunen im Publikum: Chanel Marie Knie bei der Premiere des Zirkus Knie am Freitag.
Sorgte für Staunen im Publikum: Chanel Marie Knie bei der Premiere des Zirkus Knie am Freitag. - KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER

In der Manege wirbeln Tänzerinnen und Tänzer in glitzerndem Rot und Weiss, eine Sängerin singt im Hintergrund, unter der Kuppel schweben Artisten. Man weiss fast nicht, wohin schauen. In Rapperswil-Jona ist Premierenabend der diesjährigen Tournee von Circus Knie. Grosse Bühne also für das «Feuerwerk der Vielseitigkeit», das Knie seinem Publikum in Aussicht stellt.

Diese Bühne gehört zu Beginn der ausverkauften Vorstellung dem achtjährigen Maycol, dem jüngsten Mitglied der Knie-Familie. Er eröffnet die Show auf einem rollenden Podest. Grosse Stoffelefanten tauchen auf, ein augenzwinkernder Verweis auf frühere Zirkustage, an denen leibhaftige Elefanten fester Bestandteil des Programms waren.

Das Feuerwerk der Vielseitigkeit zündet von Beginn an, als Erstes mit Nicol Nicols und Kimberly Zavatta, die mit ihren Armbrustpfeilen alles Mögliche auf alle möglichen Arten treffen und am Schluss einen Apfel auf dem Kopf von Nicols. Wilhelm Tell lässt grüssen.

Magier Vincent Magic müsste eigentlich – man mag fast nicht hinschauen – von brennenden Pfeilen durchbohrt oder von martialischem Gerät geschreddert werden, was Gottlob nicht passiert.

Matute ist der Clown im Programm. In seiner Fantasiesprache dominieren «Atención!» und «No problem», was minimalistisch klingt, aber sehr witzig ist. In seiner ersten Nummer wäre er gerne ein Boxer und sucht im Publikum dafür einen Sparringspartner. Er kann aber auch Beatboxen und zusammen mit dem Publikum einen Walzer unter die Kuppel zaubern.

In die Gattung Spektakel gehören die «Wuhan Acrobats», die eine grosse Schaukel zum Absprungbrett für waghalsige, meterhohe Sprünge machen, oder die «Daredevils», zehn Motorradfahrer aus Südamerika, die im «Globe of Speed», einer Kugel aus Stahlgeflecht, zu Stromgitarre ihre knatternden Runden drehen. Filmreif.

Im Gegensatz dazu bedienen die – man merkt es dem Publikum an – lange erwarteten Pferdenummern der Familie Knie, die Sehnsucht nach Poesie in der Manege. In den hinteren Reihen raunt jemand: «so schön». In dasselbe Fach gehören auch die schlicht atemberaubende Handstandnummer von Valeriia Davydenko, quasi einer funkelnden Diva des Handstands, oder Antony Césars Nummer mit Tanz, Akrobatik und Luftartistik zu «Creep».

Es gäbe noch vieles zu erwähnen: die mit Gesang untermalte Darbietung von Alyona Pavlova im Luftring hoch oben unter der Zirkuskuppel, den Bauchredner Willer Nicolodi mit Puppe Joselito, die «South Chinese Lions» mit ihrem Tanztheater, Yves Nicols und Ambra Faggioni, ein akrobatisches Paar, ganz in Gold, all die gut gelaunten Tänzer und Akrobaten der «Urban Crew» von den Philippinen samt sich auf dem Kopf drehendem Breakdancer Jimmy Jean, die Sängerinnen und Musiker.

Auch zwischen den Nummern wird es nie langweilig. Während Mitarbeitende Bodenplatten über das Sägemehl legen oder Equipment für die nächste Nummer in die Manege bringen, werden auf von der Kuppel fallende Stoffbahnen Lichteffekte projiziert. Oder Matute, der Clown, taucht auf und besucht seinen Sparringpartner aus dem Publikum. Die Elefanten vom Anfang ziehen eine Runde durchs Publikum. Grosse Schmetterlinge flattern durchs Zelt.

Nach der Show wird Ivan Knie dazu sagen, dass man sich bei der Gestaltung des Programms viele Gedanken über die Übergänge von einer Nummer zur anderen mache. «Wir achten da sehr darauf», sagt er. «Wir möchten keine Langeweile aufkommen lassen und überlegen uns auch gut, wie wir die Reihenfolge der Nummern festlegen, sodass alles stimmig ist.»

Aber im Moment liegt die erste Vorstellung hinter den Artisten und Artistinnen. «Natürlich sind wir jetzt erleichtert», sagt Knie. An den ersten Vorstellungen merke man, dass alles funktioniere. Sie seien die Eisbrecher. Deshalb will die Crew auch ein bisschen feiern. «Wir stossen auf die Premiere an», sagt Ivan Knie. «Aber nicht zu viel. Wir müssen fokussiert bleiben. Morgen geht es ja weiter.»

In Rapperswil-Jona finden insgesamt drei Knie-Vorstellungen statt. Danach zieht der «Schweizer National-Circus» durch die ganze Schweiz. Mit dabei: rund 200 Mitarbeitende aus 16 Nationen und an den Abendvorstellungen in Zürich Kaya Yanar. Die letzte Vorstellung findet am 3. Januar 2027 in Luzern statt.

Kommentare

Partnun123

und was alles soll diese Aufführung noch mit dem herkömmlichen Zirkus zu tun haben? Eine Technoshow vom feinsten, aber hat nichts mehr mir Zirkus im weitesten Sinne zum tun. Mit diesem Gigantismus werden alle anderen und kleineren Zirkusunternehmen an die Wand gefahren, welche schon seit jeher ums Überleben kämpfen mussten. Deshalb lasst doch diesen "Supershow" leine "Supershow" sein und geniesst nie wahre Zirkuskunst bei einem kleineren Zirkus und besucht die hervorragenden Aufführungen der kleinen. Danke viiiiiiel moool 😊👍

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