Vorabend bei SRF 1: Kochsendung erreicht mehr Zuschauende als «G&G»
Nach dem «G&G»-Aus übernahm die Kochsendung «Zu Tisch» den Sendeplatz. Der Wechsel zeigte Wirkung: Das Publikumsinteresse stieg zahlenmässig an.

Das Wichtigste in Kürze
- Das eingekaufte Kochformat «Zu Tisch» ersetzte ab August 2025 den «G&G»-Sendeplatz.
- Nach dem Wechsel verzeichnete SRF deutlich höhere Einschaltquoten am Vorabend.
- Die aktuellen Wiederholungen von «Hinter den Hecken» werden im Sommer wieder durch die Kochsendung ersetzt.
Rund 20 Jahre lang markierte das People- und Gesellschaftsmagazin «G&G – Gesichter und Geschichten» (vormals «glanz & gloria») eine Konstante im Vorabendprogramm von SRF 1. Im Juni letzten Jahres wurde die Sendung im Zuge von Sparmassnahmen abgesetzt.
Doch die Frage, womit der Sendeplatz zwischen «Mini Chuchi, Dini Chuchi» und «Schweiz aktuell» bestückt wird, war schnell geklärt. Zuerst zeigte der Sender vier Wochen lang das «Ding Dong Sommerprogramm». Ein Best-of aus bereits ausgestrahlten Folgen der inzwischen kultigen Wohnsendung.

Frische Ware gab es dann ab Mitte August mit der eingekauften Kochsendung «Zu Tisch». Ende Februar übernahm dann eine mehrteilige Reisedokumentation, ebenfalls aus dem Kulinarik-Genre. Der letzte Wechsel folgte Ende März mit Wiederholungen der eigens produzierten Gartensendung «Hinter den Hecken».
SRF: «G&G»-Quoten zuletzt schwächer
Unter dem alten Gewand «glanz & gloria» war «G&G» über viele Jahre hinweg ein verlässlicher Quotenbringer. Trotz Kritik, die nie ganz verstummte. Erst mit dem Wechsel des Sendekonzepts und des Titels brachen die Publikumszahlen spürbar ein.

Schalteten 2020 im Schnitt rund 200'000 Zuschauer pro Sendung ein, waren es vier Jahre später nur noch 125'000 Zuschauer. Dies entspricht einem Rückgang von 37,5 Prozent.
In den letzten Monaten vor der Absetzung im Juni 2025 stiegen die Quoten zwar nochmals leicht an. Doch an frühere Erfolge konnte man nicht mehr anknüpfen.
SRF begründete das Aus der Sendung unter anderem damit, den Fokus stärker auf die Primetime ab 19 Uhr zu legen. Im Zuge dessen wurde der Vorabend neu ausgerichtet. Dieser ist fortan das Zuhause von eingekauften Unterhaltungsformaten, insbesondere von sogenannten Factuals.
Kochsendung zieht mehr Publikum an
Als öffentlich-rechtliches Medienunternehmen erzielt SRF einen Teil der Einnahmen durch Werbung. Entsprechend sind Einschaltquoten nicht nur «nice to have», sondern von essenzieller Bedeutung. Denn: Höhere Zahlen bedeuten mehr Zuschauer und damit meist höhere Werbepreise.
Mit der neuen Kochsendung «Zu Tisch» scheint der Sender den Nerv des Publikums wieder besser getroffen zu haben. Mit zunächst rund 144'000 Zuschauern pro Sendung gelang SRF ein leichter Aufschwung im Vorabendprogramm. Auch der Marktanteil fiel mit 21,2 Prozent rund zwei Punkte besser aus als jüngst zu «G&G»-Zeiten.

Zuletzt erreichte das Format im Schnitt sogar rund 152'000 Zuschauer, wie SRF gegenüber Nau.ch bestätigt. Dabei handelt es sich um einen Wert, an den «G&G» seit 2021 nicht mehr herangekommen war.
Weniger glamourös hingegen sieht es mit den aktuellen Zahlen von «Hinter den Hecken» aus.
Gartensendung bleibt im Programm – trotz niedriger Quoten
Wie der Sender mitteilt, wurden von Ende März bis Anfang Juni rund 94'000 Zuschauer pro Sendung erreicht. Auch der Marktanteil fällt mit 16,8 Prozent um einiges geringer aus. Dennoch setzt SRF weiterhin auf Wiederholungen der Gartensendung.

«Mehrere programmplanerische Faktoren» würden aktuell für eine erneute Ausstrahlung sprechen, heisst es gegenüber Nau.ch. Trotz vergleichsweise niedriger Quoten betont der Sender die Beliebtheit von «Hinter den Hecken». Auch thematisch passe das Format gut in die aktuelle Jahreszeit, so die Begründung.
«Zu Tisch» kehrt im Herbst mit neuen Folgen zurück
Und doch bleibt es gewissermassen bei einer Übergangslösung. Laut SRF kehrt die Kochsendung «Zu Tisch» noch im Sommer ins Programm zurück.
Ab Mitte Herbst sind dann neue Folgen geplant. Zudem würden weitere Formate für den entsprechenden Sendeplatz geprüft, heisst es.

Bis möglicherweise ein weiteres Format an dieser Stelle übernehmen wird, scheint der Sender mit der eingekauften Kochsendung eine Lösung gefunden zu haben, die auch längerfristig beim Publikum Anklang finden wird.












