Staat

Zürcher Millionärspaar betrügt Staat um Hunderttausende Franken

Valentin Köpfli
Valentin Köpfli

Zürich,

Ein wohlhabendes Rentnerpaar hat Hunderttausende Franken erschlichen. Durch eine Selbstanzeige flog der Betrug auf.

Geld
Mit dem Geld finanzierte sich das Ehepaar den Lebensunterhalt. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Ehepaar hat Ergänzungsleistungen zur AHV/IV erschlichen.
  • Die beiden besitzen mehr als eine Million Franken.
  • Sie haben sich selbst angezeigt. Die Strafbefehle sind rechtskräftig.

Ergänzungsleistungen kommen eigentlich Personen mit tiefem Einkommen zugute. Damit sie fürs Essen, Wohnen oder Medikamente bezahlen können.

Doch ein Millionärs-Ehepaar aus Zürich hat das System ausgenutzt. Das Vermögen der beiden umfasst rund eine Million Franken. Und trotzdem bezogen sie während zehn Jahren Ergänzungsleistungen zur AHV/IV. Darüber berichtet die «NZZ».

Sie hatten den Behörden nur ein Vermögen von rund 71'000 Franken deklariert. Zudem gaben sie an, monatlich nur die AHV-Rente von 1419 Franken zu verdienen.

280'000 Franken einkassiert

Der Schwindel flog nur auf, weil mindestens ein Ehepartner Gewissensbisse bekam. Auch bei den Steuern hatten die beiden Schweizer jahrelang falsche Angaben gemacht. Eine Steueramnestie motivierte sie schliesslich zur Selbstanzeige, wie die Zeitung schreibt.

Eine Steueramnestie bedeutet, dass Personen Vermögen oder Einkommen, das sie vorher versteckt hatten, straffrei nachmelden kann.

Die erschlichenen Ergänzungsleistungen gehörten jedoch nicht zu dieser Steueramnestie. Deshalb leitete die Staatsanwaltschaft eine Untersuchung ein. Das Ehepaar hatte zu diesem Zeitpunkt bereits alle unrechtmässig bezogenen Gelder zurückgezahlt.

Insgesamt geht es um rund 280'000 Franken, die die beiden zwischen April 2015 und November 2024 unrechtmässig einkassiert hatten.

Hohe Bussen für Rentnerpaar

Beide Ehepartner erhielten nun separate Strafbefehle wegen gewerbsmässigen Betrugs. Die Geldstrafen betragen je 180 Tagessätze à 80 Franken, also je 14'400 Franken. Diese werden bei einer Probezeit von zwei Jahren bedingt aufgeschoben.

Zusätzlich müssen beide je 3600 Franken Busse zahlen. Die Gebühren für das Vorverfahren kosten je 1000 Franken. Auch die amtlichen Verteidiger müssen sie selbst finanzieren, was weitere 3700 Franken kostet.

Hast du schon mal bei den Steuern getrickst?

Die Gesamtkosten für das Ehepaar belaufen sich auf rund 12'900 Franken. Die Strafbefehle sind rechtskräftig.

Kommentare

User #2339 (nicht angemeldet)

6094 nicht nur in der SVP es gibt auch Genossen mit einer guten AHV und Pensionskasse die in subventionierten Wohnungen leben

User #2112 (nicht angemeldet)

Was mir zu denken gibt ohne Selbstanzeige waere es einfach weiter gegangen? Was machen die vielen Staatsangestellten den nur?

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