Allianz fordert besseren Schutz für Schweizer Trinkwasser

Keystone-SDA
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Bern,

Eine Allianz aus 19 Organisationen hat am Montag in Bern mit einem Appell mit über 31'000 Unterschriften eine Diskussion zum Gewässerschutz angeregt. Sie forderte bei einem symbolischen Akt auf dem Bundesplatz von Bundesrat und Parlament, den Schutz der Gewässer stärker zu priorisieren.

Trinkwasser
Eine Allianz aus 19 Organisationen hat am Montag in Bern mit einem Appell mit über 31'000 Unterschriften eine Diskussion zum Gewässerschutz angeregt. - keystone

Mit dem Appell will die Allianz «Sauberes Wasser – gesunde Schweiz» erreichen, dass Bundesrat und Parlament den Schutz von Gewässern und Trinkwasser stärken. Versuche, den Gewässerschutz «auszuhöhlen», hätten in der Bevölkerung keinen Rückhalt. Mit den über 31'000 Unterschriften wolle man nun ein Zeichen setzen, sagte ein Sprecher der Allianz zu Keystone-SDA.

Die Organisationen warnten vor politischen Vorstössen und Gesetzesänderungen, die das Vorsorgeprinzip infrage stellen und den Trinkwasserschutz schwächen könnten – etwa Lockerungen im Gewässerschutzgesetz oder vereinfachte Pestizid-Zulassungen. Monitoring-Daten von 2024 zeigten, dass Pestizid-Rückstände in vielen Fliessgewässern über den ökologischen Richtwerten liegen. Zudem würden PFAS-Chemikalien nahezu flächendeckend in Böden nachgewiesen.

Zuletzt waren in beiden Appenzeller Kantonen PFAS-Rückstände in Milch festgestellt worden: In 80 Betrieben lagen die Werte über einem EU-Grenzwert, der in der Schweiz jedoch nicht verbindlich ist.

Mehr als die Hälfte der Bevölkerung bezieht ihr Trinkwasser aus Grundwasser, das vielerorts mit Pestiziden, Nitraten oder PFAS – kaum abbaubaren Chemikalien – belastet sei, so die Allianz weiter.

Als Beispiel für eine mögliche Abschwächung nannte sie eine Motion von Ständerat Jakob Stark (SVP/TG), wonach in grossen Gewässerräumen teilweise wieder normale Landwirtschaft erlaubt werden soll, um Schutz, Ernährungssicherheit und Nutzung besser auszubalancieren.

Der Appell für sauberes Wasser wird von 19 Organisationen aus Umwelt, Gesundheit, Konsumentenschutz und Landwirtschaft getragen.

Kommentare

User #2529 (nicht angemeldet)

Das mit dem Schutz des Trinkwassers hätte man bereits vor 30 Jahren machen müssen, nicht wenn es bereits 5-vor-12 ist. ....

User #1594 (nicht angemeldet)

Das kann gar nicht geschützt werden! Sämtliche Flächen in der Schweiz sind verseucht, ergo wird all das Regenwasser das diese durchwandert, auch mit all dem Mist belastet sein! Zudem ist auch das, medial so hochwertig angepriesene und hochgelobte Wasser aus der Alpinen Landschaft bei Weitem nicht so ganz unbedenklich weil; in Mineralwässern fanden Tester vereinzelt Chrom, vielfach Arsen oder Pestizidrückstände, wobei Alpenwässer seltener zu den stark belasteten Produkten gehören, besonders PFAS, aber nicht gänzlich ausgenommen sind. Arsen kommt im Alpenwasser (Grundwasser, Quellen) natürlicherweise vor, da es ein Bestandteil vieler Mineralien und Gesteine ist. In den Schweizer Alpen und angrenzenden Gebieten ist Arsen ein bekanntes Thema bei der Trinkwasserversorgung, denn nicht alle Gesteine geben nur das "Gute" dem Wassere bei, vor allem bei sehr Quarzhaltigen Gesteinen steigt der Anteil an radioaktiven Substanzen essentiell an!

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