Alkoholismus bleibt die verbreitetste Suchtkrankheit in der Schweiz

Keystone-SDA
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Bern,

Alkoholismus bleibt die in der Schweiz am meisten verbreitete Suchtkrankheit. Von den über 40'000 Personen, die laut den neuesten Zahlen des Monitoringsystems Act-Info von Sucht Schweiz eine Suchtbehandlung begonnen haben, wurde fast die Hälfte wegen eines Alkoholproblems behandelt.

Alkohol
Alkoholismus bleibt die in der Schweiz am meisten verbreitete Suchtkrankheit. - krystone

Ebenfalls in den Top Drei der Suchtkrankheiten-Rangliste waren Kokain mit einem Anteil von zwölf Prozent der Therapien und Cannabis mit einem Anteil von zehn Prozent.

Das Durchschnittsalter der Patientinnen und Patienten mit Alkoholproblemen lag laut den am Dienstag veröffentlichten Zahlen von Sucht Schweiz bei etwa 45 Jahren. Damit lag es höher als bei den meisten anderen Substanzen, wie es weiter hiess. Im Durchschnitt vergingen denn auch mehr als 10 Jahre zwischen dem Beginn eines problematischen Alkoholkonsums und der ersten Behandlung.

2024 begannen zudem über 5000 Menschen eine Behandlung wegen Kokain- oder Crackkonsums. Sucht Schweiz zeigt sich vor allem alarmiert über den massiven Anstieg der Behandlungsnachfragen um mehr als 40 Prozent zwischen 2020 und 2024.

Auch wurden mehr als 4000 Aufnahmen aufgrund eines Problems im Zusammenhang mit dem Konsum von Opioiden wie Heroin verzeichnet. Cannabis wurde derweil bei mehr als 4000 Aufnahmen als Hauptproblem angegeben.

Sucht Schweiz stellte zudem fest, dass fast 3500 Personen eine Behandlung wegen einer substanzungebundenen Suchterkrankung begonnen hatten. Glücksspiel machte mit rund 1300 Aufnahmen dabei die Mehrheit der Fälle aus, was einem Anstieg von über 40 Prozent zwischen 2020 und 2024 entsprach.

Mit dem Hinweis, dass die Zahl der Behandlungen in der Schweiz viel höher sein könnte, kritisierte der Verband den Bund. Das in Bern beschlossene Sparpaket werde zu einer Reduktion des Monitoringsystems führen, so das nationale Kompetenzzentrum im Suchtbereich.

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Kommentare

User #3665 (nicht angemeldet)

Die sollten das Problem zuerst an der Wurzel lösen: die meisten Menschen trinken Alkohol, weil sie gestresst sind, einem alles zuviel wird: der ständige Zeitdruck im Beruf, die steigenden Lebenskosten in diesem Land, der extreme Leistungsdruck im Beruf der nie aufhört, die fehlende Zeit sich richtig auszuruhen, in der Freizeit soll man sich noch weiterbilden, man kommt nie zur Ruhe, kann nie aufatmen, logisch, dass der Mensch dann "mal abschalten" will und dann zum Glas greift. Für viele Menschen ist der Stress an allen Fronten grösser und die Lebensqualität in diesem Land kleiner geworden in den letzten 20 Jahren..... löst DAS Problem, dann brauchen die Leute auch keinen Alkohol mehr.... weniger Stress = weniger Suchtgefahr. Logisch.

User #4501 (nicht angemeldet)

Mit Alkohol streicht der Staat eine respektable Summe an Steuern ein. Allein durch Spirituosen-Konsum fliessen knapp 300 Mio. CHF jährlich zu AHV und IV. In dieser Summe sind Bier und Wein noch nicht berücksichtigt. Andererseits wäre es aufschlussreich zu erfahren, wieviel die Gratis-Abgabe von Drogen kostet.

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