Aktionstag soll Vorurteile über Alkoholprobleme entlarven

Keystone-SDA
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Bern,

Der nationale Aktionstag vom 21. Mai zur Alkohol-Suchtprävention will Vorurteile abbauen sowie einen respektvollen Umgang und frühzeitige Hilfe fördern.

Alkoholsucht
Um aus der Alkoholsucht zu kommen, braucht es unter anderem Akzeptanz. - Depositphotos

Menschen mit Alkoholproblemen suchen sich nicht immer die nötige Hilfe. Suchtpräventionsorganisationen warnen, dass viele Betroffene aus Angst vor Stigmatisierung keine Unterstützung in Anspruch nehmen. Der nationale Aktionstag vom 21. Mai will Vorurteile abbauen sowie einen respektvollen Umgang und frühzeitige Hilfe fördern.

In der Schweiz konsumieren laut Bundesamt für Statistik 16 Prozent der Bevölkerung Alkohol in einem problematischen Ausmass. Schätzungsweise 250'000 Menschen gelten als alkoholabhängig. Viele von ihnen zögern, sich Hilfe zu suchen, oder verzichten gar ganz darauf. Der Hauptgrund dafür ist die Stigmatisierung, wie die Organisatoren des Aktionstags mitteilen.

Daran beteiligt sind die Dachorganisation Sucht Schweiz, der Fachverband Sucht, das Blaue Kreuz Schweiz, das Westschweizer Groupement Romand d'Etudes des Addictions und Ticino Addiction. Regionale Fachstellen machen im Rahmen des Aktionstags mit «vielfältigen Aktionen» auf ihre Angebote aufmerksam.

Vorurteile mit schwerwiegenden Folgen

Den Organisatoren zufolge besteht einer der gängigsten Mythen darin, Sucht als reines persönliches Versagen zu betrachten. Die Ursachen seien jedoch vielfältig und komplex. Sie könnten mit genetischen Veranlagungen oder Lebenserfahrungen, Einflüssen aus dem sozialen Umfeld sowie gesellschaftlichen Rahmenbedingungen wie Verfügbarkeit und Preis von Alkohol zusammenhängen.

Ein weiterer hartnäckiger Vorwurf ist der Mangel an Willenskraft. Diese Sichtweise vernachlässige aber neurobiologische Mechanismen der Sucht. Alkohol beeinflusst insbesondere das Belohnungssystem im Gehirn und kann längerfristig Prozesse verändern, die für Motivation und Impulskontrolle wichtig sind. Daher lasse sich das Verlangen nicht auf mangelnden Willen reduzieren.

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