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5 Fragen an den UBS-CFO: Wie mit der Kapital-Unsicherheit umgehen?

Keystone-SDA
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Zürich,

Die Grossbank UBS wartet auf weitere Entwicklungen bei der Diskussion über schärfere Kapitalvorgaben; als nächstes berät in zwei Wochen die Wirtschaftskommission des Ständerats. UBS-Finanzchef Todd Tuckner sagte am Mittwoch im Interview mit der Nachrichtenagentur AWP, dass die Bank beim nächsten Quartalsergebnis womöglich etwas mehr weiss und ein Update zu weiteren möglichen Aktienrückkäufen machen könne. Ausserdem spricht er über den Einfluss des Nahostkonflikts sowie des KI-Hypes auf die Märkte.

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Der Verwaltungsrat der UBS Lukas Gähwiler, links, mit dem CEO der UBS, Sergio Ermotti, mitte, und CFO dem CFO der UBS Todd Tuckner, rechts. - keystone

AWP: Wie geht die UBS mit der Unsicherheit rund um schärfere Kapitalvorschriften in der Schweiz um? Die Wirtschaftskommission des Ständerats hatte einen Entscheid im Mai auf August verschoben.

Todd Tuckner: Zum jetzigen Zeitpunkt liegt der Entscheid zunächst einmal bei der Kommission, und wir werden sehen, was die Beratung in zwei Wochen ergibt. Derweil konzentrieren wir uns weiterhin auf das, was wir beeinflussen können: nämlich Mehrwert für unsere Kunden zu schaffen und Wachstum für unsere Aktionäre zu erzielen.

AWP: Sie haben weitere Aktienrückkäufe in der Höhe von mindestens 1 Milliarde US-Dollar für die nächsten drei Monate angekündigt. Dies im Rahmen eines neuen Aktienrückkaufprogramms von insgesamt 3 Milliarden bis Mitte 2027. Gehen Sie davon aus, dass Sie in drei Monaten mehr wissen?

TT: Wir erwarten, dass wir mit der Publikation der Zahlen zum dritten Quartal ein Update zum Zeitplan der möglichen weiteren Rückkäufe geben können. Mit der Ankündigung, das neue Programm spätestens bis Ende des zweiten Quartals 2027 abzuschliessen, signalisieren wir, dass die Umsetzung bis zu doppelt so lange dauern könnte wie beim gerade abgeschlossenen Aktienrückkaufprogramm. Das Tempo hängt vom Marktumfeld, unseren Finanzergebnissen, der Aufrechterhaltung einer Kapitalquote von rund 14 Prozent sowie von den weiteren Entwicklungen in der Schweizer Kapitaldebatte ab.

AWP: Zur Entwicklung der Vermögensverwaltung in den USA: Bestätigen Sie frühere Aussagen, wonach Sie im laufenden Jahr netto mit Zuflüssen in der Region Americas rechnen, nachdem es im vierten Quartal zu hohen Abflüssen gekommen war?

TT: Seit Jahresbeginn verzeichnen wir in der Region Netto-Zuflüsse. Auch im zweiten Quartal lagen wir im Plus, trotz der saisonalen zweistelligen Steuerabflüsse. Wir gehen weiterhin die Herausforderungen bei der Rekrutierung von neuen Finanzberatern erfolgreich an, und dieser Gegenwind dürfte im Laufe des Jahres schrittweise nachlassen. Ein sehr wichtiger Indikator ist zudem die Mandatsdurchdringung für uns, und da verzeichnen wir in den verschiedenen Regionen neue Höchststände, insbesondere in der Region Europa, Naher Osten und Afrika (EMEA).

AWP: Wie stark ist das Geschäft der UBS vom Nahostkonflikt betroffen?

TT: Wir hatten in der ersten Jahreshälfte – trotz einiger Schwankungen, die wir zu Beginn des zweiten Quartals gesehen haben – insgesamt ein äusserst konstruktives Marktumfeld. Das half insbesondere der UBS, aber auch anderen Banken, eine wettbewerbsfähige Rentabilität und ein wettbewerbsfähiges Wachstum zu erzielen. Der Konflikt im Nahen Osten ist derzeit so etwas wie ein Gradmesser für geopolitische Volatilität oder Stabilität. Das sah man vergangene Woche: Als die Spannungen zunahmen, schoss der Ölpreis in die Höhe und Anleihen wurden abgestossen. Sobald sich die Spannungen jedoch wieder entschärfen wie Anfang dieser Woche, sinken die Ölpreise wieder und die Anleihen legen erneut zu. Das Umfeld ist weiterhin positiv, aber fragil.

AWP: Wie gross ist das Risiko einer massiven KI-Enttäuschung an den Märkten?

TT: Man könnte meinen, dass die Investitionen in Künstliche Intelligenz in jeder Branche weitergehen werden. Die Frage lautet: Wie viel Aufwärtspotenzial gibt es noch? Es ist schwer einzuschätzen, ob der Markt im KI-Bereich übergewichtet ist oder ob es noch viel Spielraum nach oben gibt. Unsere Erwartung ist, dass sich der Markt auf der Grundlage der Investitionen und des durch KI angeheizten Wachstums weiterhin positiv entwickeln wird.

Kommentare

User #3892 (nicht angemeldet)

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