UBS-Aktie unter Druck nach Entscheid des Ständerats
Die UBS-Aktie steht nach dem Ständeratsentscheid unter Druck. Sergio Ermotti sieht sich zugleich mit Kritik an seiner Kommunikation konfrontiert.

Die UBS-Aktie ist nach dem Entscheid des Ständerats deutlich gefallen. Am Donnerstag lag der Titel um 09:20 Uhr bei 38,84 Franken, wie die «Cash» berichtet.
Damit erreichte die Aktie den tiefsten Stand seit Mitte Juni 2026. In den vergangenen zwei Wochen verlor sie mehr als zehn Prozent.
Im Zentrum steht die geplante Verschärfung der Eigenkapitalvorschriften für systemrelevante Grossbanken. Auslandstöchter der UBS sollen künftig zu 90 Prozent mit hartem Kernkapital, kurz CET1, unterlegt werden.
Ständerat verlangt höhere Kapitalpolster
Der Ständerat beschloss die Regelung mit 29 zu 16 Stimmen. Damit setzte sich eine Minderheitsposition gegen den zuvor diskutierten Kompromiss der zuständigen Kommission durch.
Dieser Kompromiss hätte eine Unterlegung mit 50 Prozent CET1 und 50 Prozent AT1-Instrumenten vorgesehen. Laut «finanzen.net» müssen die Auslandstöchter derzeit 45 Prozent CET1 und 17 Prozent AT1 aufweisen.
Die UBS beziffert den zusätzlichen Bedarf bei einer 90-Prozent-Regel auf rund 16 Milliarden US-Dollar. Zusammen mit weiteren regulatorischen Vorgaben und den bestehenden Anforderungen nach der Credit-Suisse-Übernahme ergeben sich rund 33 Milliarden US-Dollar.
UBS warnt vor Folgen für das Geschäft
Die UBS bezeichnete den Ständeratsentscheid als übermässige Verschärfung der Schweizer Eigenkapitalanforderungen. Nach Darstellung der Bank könnte die zusätzliche Kapitalbindung ihre Wettbewerbsfähigkeit und die Rendite belasten.
Der «Finanztrends» zufolge könnten die zusätzlichen Kapitalanforderungen Mittel binden, die ansonsten für Geschäfte oder Ausschüttungen zur Verfügung stünden. Die UBS beziffert die jährlichen Gesamtkosten der Übernahme und damit verbundener Auflagen auf rund 2,5 Milliarden US-Dollar.
Für die weitere Entwicklung bleibt der parlamentarische Prozess entscheidend. Nach dem Ständerat muss sich nun der Nationalrat mit der Vorlage befassen.
Kritik an UBS-Chef Sergio Ermotti
Der Berner Rechtsprofessor Peter V. Kunz hält den Ständeratsentscheid laut der «Cash» nicht zwingend für das letzte Wort. Seiner Einschätzung zufolge könnte der Nationalrat der UBS stärker entgegenkommen.
Gleichzeitig übte Kunz deutliche Kritik an UBS-Chef Sergio Ermotti. Dessen öffentliche Aussagen der vergangenen Tage seien bei Politikern, Medien und Publikum negativ angekommen.

«Das Ego von Herrn Ermotti ist Amok gelaufen», sagte Kunz der «Cash» zufolge. Zudem bezeichnete er das Lobbying der UBS während der vergangenen drei Jahre als aussergewöhnlich aggressiv.











