Die 49-jährige Kirchen-Kassierin veruntreute Gelder der Grellinger Kirche und Baselbieter CVP in Höhe von 400'000 Franken. Nun steht sie vor Gericht.
Kirchenkassen-Kassierin
Die Kassierin der Gemeinde Grellingen BL veruntreute Kirchengelder in Höhe von 316'000 Franken. (Symbolbild) - Nau

Das Wichtigste in Kürze

  • Im Baselbiet steht eine Kirchenkasse Kassierin wegen Veruntreuung vor Gericht.
  • Es wurden Gelder in Höhe von 400'000 gestohlen.
  • Das Strafgericht hat Lügengeschichten in diesem Ausmass selten erlebt.

Die Kirchenkassen-Kassierin der Gemeinde Grellingen BL veruntreute Kirchengelder in Höhe von 316'000. Anstatt in die Sanierung des baufälligen Kirchenturms flossen die Gelder in den Umbau ihres Country-Saloon. Insgesamt sieben Auszahlungen nahm die 49-jährige vor.

Wie die «bZ Basel» berichtet, soll sie mit gefälschten Sanierungsbeschlüssen und Versammlungsprotokollen einen Überbrückungskredit beantragt haben. So wollte die Kassierin ihre Machenschaften vertuschen. Vor Gericht leugnet die Angeklagte jedoch alles und spricht von inoffiziellen Darlehen und Übereinkünften mit der Kirchenpräsidentin.

Das Gericht hält indes nichts, von den abstrusen Lügengeschichten der Frau. «Weshalb soll sich die Präsidentin dazu hinreissen lassen, im Namen der Kirchgemeinde ein Darlehen in dieser Höhe zu gewähren?», so der Richter.

Auch die Baselbieter CVP wurden Opfer der 49-jährigen. Insgesamt 90'000 Franken, die für den Wahlkampf gedacht worden, flossen auf das Privatkonto der Angeklagten.

Die Staatsanwaltschaft fordert wegen mehrfacher qualifizierter Veruntreuung, mehrfacher Urkundenfälschung und falscher Anschuldigung eine teilbedingte Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren.

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