Haft

    14 Brände gelegt: Solothurner Feuerteufel aus U-Haft entlassen

    Luna Gerber
    Luna Gerber

    Solothurn,

    Ein junger Feuerwehrmann gestand seine jahrelange Brandstiftung – und ist nun wieder frei. Neu entfachte Brände werfen Fragen auf.

    brand solothurn
    Dieses brennende Delta-Areal in Langendorf SO war nur eins von mehreren Taten des Solothurner Feuerteufels. - Kantonspolizei Solothurn

    Das Wichtigste in Kürze

    • Solothurner gestand 14 Brände: Nach seiner U-Haft kommt er nun frei.
    • Brisant: Der Feuerteufel war selbst bei der Feuerwehr und in der rechtsextremen Szene.
    • Mittlerweile werfen neue Brände im Kanton Solothurn weitere Fragen auf.

    Ein 24-jähriger Schweizer aus dem Kanton Solothurn ist nach zwei Monaten Untersuchungshaft wieder auf freiem Fuss, wie der «Sonntagsblick» berichtet. Er hatte gestanden, mindestens 14 Brände in der Region gelegt zu haben.

    Die Solothurner Staatsanwaltschaft bestätigte die Entlassung des Mannes. Eine Sprecherin erklärte gegenüber der Zeitung, er sei unter Anordnung von Ersatzmassnahmen freigelassen worden. Details zu Art und Dauer der Massnahmen gab sie nicht bekannt.

    Wahrscheinlich muss sich der junge Mann regelmässig bei der Polizei melden. Seine Ausweisdokumente bleiben vermutlich eingezogen. Die Unschuldsvermutung gilt weiterhin für ihn.

    Mehrere Brände in der Region

    Vor wenigen Tagen legte der Feuerteufel ein Geständnis ab. Er offenbarte, für eine Brandserie zwischen 2024 und 2026 verantwortlich zu sein.

    Seine Ziele waren Industriegebäude, leerstehende Wohnungen und Autos.

    Die Brände ereigneten sich in Langendorf, Solothurn und Bellach. Paradoxerweise setzte sich der 24-Jährige parallel im Internet für Sicherheit ein. Auf Facebook kritisierte er und Sachbeschädigungen in seiner Gegend und empörte sich über die Kriminalität.

    Er marschierte mit Rechtsextremen

    Der Täter engagierte sich politisch bei der Jungen SVP. Er besuchte Parteiversammlungen und trat in Werbevideos auf. Ausserdem war er am rechten Rand der politischen Szene aktiv.

    Fotos belegen seine Teilnahme an Aktivitäten der rechtsextremen Jungen Tat. Wie der «Sonntagsblick» schreibt, nahm der Feuerteufel an deren Wanderungen und Demonstrationen teil. Etwa bei einem Aufmarsch mit der Gruppierung in Winterthur.

    Brandstifter aus den eigenen Reihen

    Dazu kommt: Der 24-Jährige war Mitglied der örtlichen Feuerwehr. Eine Brandstiftung aus den eigenen Reihen kommt dabei nicht zum ersten Mal vor.

    Der Solothurner Feuerwehr-Kommandant informierte seine Mannschaft intern über den Fall.

    Musstest du die Feuerwehr schon einmal alarmieren?

    In einem Rundschreiben informiert er «in grosser Betroffenheit»: «Ich muss euch leider mitteilen, dass es sich bei der festgenommenen Person um ein Mitglied unserer Feuerwehr handelt.»

    Bislang war im Zusammenhang mit der Brandserie von insgesamt acht statt vierzehn Brandstiftungen die Rede gewesen.

    Neue Brandserie im Kanton Solothurn

    Mittlerweile entflammte im Kanton eine neue Brandserie, die die Polizei weiter rätseln lässt. Im Dezember brannten in Zuchwil SO eine Landwirtschaftshalle und zwei Autos.

    Mitte März sass der Feuerteufel noch in Untersuchungshaft. Zu dieser Zeit brannte ein Bauernhof, der auch als Wohnhaus diente, fast vollständig nieder. Der Tatort lag nur wenige hundert Meter vom Brand im Dezember entfernt.

    Kommentare

    User #2414 (nicht angemeldet)

    Danke für nichts $VP?

    User #4910 (nicht angemeldet)

    Macht Sinn. Auf ein neues.

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