Kirchberg BE: Wiler-Ersigen verliert Derby im Penaltyschiessen
Der SV Wiler-Ersigen hat das Derby bei Floorball Köniz Bern nach 2:0-Führung im Penaltyschiessen verloren. Am Mittwoch folgt das nächste Derby gegen die Tigers Langnau.

Eine unnötige Derbyniederlage für den SV Wiler-Ersigen: Nach einem starken Mitteldrittel und der verdienten 2:0-Führung verpasste es der Rekordmeister, den Sack zuzumachen. Und weil zwei Tore im Unihockey bekanntlich kein Polster sind, brachte ein glücklicher und durchaus umstrittener Anschlusstreffer Köniz zurück ins Spiel. Am Ende musste die Penalty-Lotterie entscheiden – mit dem schlechteren Ende für den SVWE.
Das Berner Derby hielt lange nicht das, was sich die über 1000 Zuschauer davon versprochen hatten. Beiden Teams war anzumerken, dass trotz des noch frühen Saisonzeitpunkts vor allem eines zählte: dieses Derby zu gewinnen. Der SVWE passte seine Taktik im Vergleich zu den Partien gegen Teams aus den hinteren Tabellenregionen entsprechend an und verzichtete auf sein gewohnt offensives Pressing. Erstaunlicherweise agierte auch das Heimteam äusserst zurückhaltend. «Defense first» lautete offensichtlich auf beiden Seiten die Devise.
Entsprechend entwickelte sich eine Partie, welche die Zuschauer lange kaum von den Sitzen riss. Abgesehen von einigen intensiven Privatduellen, die wenigstens für etwas Derby-Stimmung sorgten, gab es zunächst wenig Bestaunenswertes. Köniz kam kaum zu Torchancen, der SVWE allerdings auch nicht zu wesentlich mehr. Balltempo und Balltechnik waren überschaubar.
Verdiente Führung im Mitteldrittel
Immerhin agierten die Gäste in der Offensive etwas direkter, zielstrebiger und präziser. Das zahlte sich im Mitteldrittel aus. Peteris Trekse brachte den SVWE in der 24. Minute mit 1:0 in Führung, nur 77 Sekunden später erhöhte Deny Känzig auf 2:0. Die Doublette war zu diesem Zeitpunkt verdient und eigentlich hätte nun die Phase folgen müssen, in welcher der Rekordmeister die Entscheidung herbeiführt. Denn auch nach dem Doppelschlag blieb das Heimteam offensiv erstaunlich harmlos. Doch genau dies verpasste der SVWE.
Anschlusstreffer verändert die Dynamik
Statt nachzusetzen und die Partie frühzeitig in sichere Bahnen zu lenken, blieb es beim gefährlich knappen Zweitorevorsprung. Und zwei Tore sind im Unihockey bekanntlich nichts. In der 45. Minute gelang Köniz durch Raul Willfratt der Anschlusstreffer. Ein aus Wiler Sicht unglückliches und durchaus umstrittenes 1:2, das einer bis dahin wenig spektakulären Partie plötzlich eine neue Dynamik verlieh.
Nun war das Heimteam wieder da und auch die Emotionen nahmen zu. In der 53. Minute gelang Yann Ruh schliesslich mit einem herrlichen Weitschuss der 2:2-Ausgleich. Damit war eine Partie wieder völlig offen, die der SVWE zuvor eigentlich unter Kontrolle gehabt hatte. Letztlich musste das Penaltyschiessen entscheiden. Und wie so oft in dieser Lotterie entschieden Kleinigkeiten und das nötige Quäntchen Glück über Sieg und Niederlage.
Wegstecken und Konzentration auf Tigers-Spiel
Letztlich muss sich der SVWE am Ende weniger über den glücklichen Anschlusstreffer, einige umstrittene Schiedsrichterentscheide oder das fehlende Glück in der Penalty-Lotterie ärgern. Vielmehr dürfte die Erkenntnis schmerzen, dass man es zuvor selbst in der Hand gehabt hätte, dieses Derby für sich zu entscheiden. Es wäre definitiv mehr drin gelegen.
Viel Zeit, der verpassten Chance nachzutrauern, bleibt der Väänänen-Truppe allerdings nicht. Bereits am kommenden Mittwoch bietet sich die Gelegenheit, vieles wieder gleich gut und einiges noch besser zu machen. Und die nächste Aufgabe hat es erneut in sich: Mit den Tigers Langnau wartet bereits das nächste Berner Derby und gleichzeitig der nächste Spitzenkampf. Spielbeginn in der Grossmatthalle in Kirchberg ist um 19.30 Uhr.










