So kam das Inselspital zu seinem Namen
Der Name des Inselspitals geht auf ein mittelalterliches Kloster auf einer Aareinsel zurück.

Haben Sie sich schon einmal gefragt, weshalb das Inselspital seinen Namen trägt? Weder steht es in der Nähe der Aare noch bildet der Stadtbach eine Insel, er fliesst im Gegenteil direkt vorbei. Von «Inselfeeling» also keine Spur.
Tatsächlich ist der Name «Inselspital» ein Erbstück aus dem Mittelalter. Er erinnert an das Kloster der Berner Dominikanerinnen, die Ende des 13. Jahrhunderts auf einer Aareinsel lebten. Noch heute erkennt man beim Blick von der Kornhausbrücke hinunter zu den Sportanlagen im Altenberg, dass die Aare dort einst eine grössere Insel gebildet haben muss.
Allerdings blieb das Kloster nur kurze Zeit auf der Insel, 1295 fiel es einer Brandstiftung zum Opfer. Die Nonnen zogen hinauf in die sichere Stadt, wo sie sich auf dem Gelände des Bundeshauses Ost ein neues Kloster erbauten. Den Namen nahmen sie mit: Inselkloster.
An diesen Standort erinnert heute noch die Inselgasse. Kein Zufall ist, dass sich dort auch die nach dem berühmten Chirurgen Theodor Kocher (1841-1917) benannte Kochergasse befindet. Denn nach der Auflösung des Klosters in der Reformation 1528 funktionierte man die leerstehenden Klostergebäude zum Inselspital um.

Ende des 19. Jahrhunderts musste es dem Neubau des Bundeshauses weichen. Auch das Inselspital behielt seinen Namen – schliesslich hatte der neue Standort, die Kreuzmatte, einst zum Besitz der Nonnen auf der Aareinsel gehört. Ausser an den Namen erinnert kaum mehr etwas ans mittelalterliche Inselkloster.
Erhalten hat sich aber eine einzige Handschrift aus der Bibliothek des Klosters, die den Büchersturm der Reformation überlebt hat. Sie wird in der Burgerbibliothek aufbewahrt: ein Verzeichnis der verstorbenen Schwestern und Beichtväter, das kurz vor der Aufhebung des Klosters erstellt worden ist.








