Bern unvergesslich: Von der Wunderkammer zum Archiv
Die Burgerbibliothek Bern bewahrt Stadtgeschichte – von alten Handschriften bis zu digitalen Archiven. Sie ist ausserdem der Auftakt der neuen BärnerBär-Serie.

Zu einem touristischen Aufenthalt in Bern gehört heute neben dem Bummel durch die Altstadt mit Zytglogge und Käfigturm auch die Besichtigung des Münsters und ein Besuch der Museen.
Den Reisenden im 17. und 18. Jahrhundert empfahlen die Führer hingegen die Besichtigung des Botanischen Gartens und des Alten Zeughauses, in dem die Beutestücke aus den Burgunderkriegen zu sehen waren.
Ein Muss war auch der Besuch der burgerlichen Stadtbibliothek, der damaligen Wunderkammer Berns.
Hier gab es nicht nur eine «an kostbaren Werken und litterarischen Seltenheiten» reiche Büchersammlung und «höchstmerkwürdige» Handschriften zu bestaunen, sondern auch Gemälde, antike Münzen, Mineralien, Vogelpräparate sowie «römische Alterthümer».
Tatsächlich war die damalige Bibliothek mehr als nur ein Bücherhort, sie war Kunstkammer, Naturalienkabinett, Forschungsstätte und Ziel blosser Schaulust.
Erst Ende des 19. Jahrhunderts wurden die Sammlungen von der Bibliothek in das damals neue Historische und das Naturhistorische Museum überführt.

Wunderbares und Wunderliches lässt sich in den Beständen der Burgerbibliothek Bern finden – so ein ausgestopftes Krokodil und unzählige Geschichten und Bilder aus Berns Vergangenheit. Eine Wunderkammer ist sie aber nicht mehr.
Seit 1951 ist die Burgerbibliothek das Archiv der Burgergemeinde Bern. Sie feiert in diesem Jahr ihr 75-jähriges Bestehen, obwohl ihre Anfänge bis in die Reformationszeit zurückgehen.
In der Münstergasse 63 lagern heute – zugänglich für die Öffentlichkeit – mehrere Hundert Jahre Stadtgeschichte: mittelalterliche Handschriften, Künstlernachlässe, historische Fotografien, umfangreiche Familienarchive ebenso wie digitale Daten der Gegenwart.









