Schönenberger Partner AG: Flach spielen, hoch gewinnen

Andrea Bauer
Andrea Bauer

Bern,

Roland Schönenberger hat sein Unternehmen einst an der Kramgasse 8 aufgebaut. Heute führt sein Sohn Roger das Lebenswerk weiter.

Schönenberger
«Kundennähe und hohe Qualität sind das Wichtigste überhaupt.» Darin sind sich Vater Roland und Sohn Roger Schönenberger einig. - Daniel Zaugg

Die Kramgasse 8 war für Roland Schönenberger einst Ausgangspunkt seines heutigen Unternehmens. Vierzig Jahre später sitzt er mit seinem Sohn Roger im Café Einstein. Der eine hat ein Lebenswerk aufgebaut, der andere führt es mit eigener Handschrift weiter.

Eine Geschichte über Fussball, Vertrauen und die Kunst, Tradition mit Zukunft zu verbinden.

Es gibt Orte in Bern, die mehr sind als nur Adressen. Die Kramgasse 8 ist so einer: Für Roland Schönenberger ist dieses Haus ein Anfangspunkt. Einer, an dem aus einem Zufall ein Beruf wurde und aus einem Beruf ein Unternehmen, das heute auf 40 erfolgreiche Jahre zurückblickt.

Später sitze ich mit Roland und Roger Schönenberger im Café Einstein. Draussen zieht die Stadt vorbei, drinnen erzählen Vater und Sohn von dem, was war und von dem, was bleibt. Es ist kein lautes Jubiläumsgespräch.

Kramgasse
1987 an der Berner Kramgasse: Roland Schönenberger (r.) mit Köbi Brechbühl (l.) und Jürg Wittwer. - zVg

Eher eines mit Zwischentönen. Fussballanekdoten treffen auf Fragen der Führung, persönliche Erinnerungen auf unternehmerische Entscheidungen. «Ich musste nie arbeiten», sagt Roland Schönenberger mit einem Lächeln. Nicht, weil ihn der Fussball reich gemacht hätte. Sondern, wie er präzisiert:

«Weil ich arbeiten wollte.» Was er tat, tat er gerne. Und offenbar mit Konsequenz: sieben Tage die Woche, rund um die Uhr erreichbar für seine Kundinnen und Kunden, wenn es nötig war.

Wie alles begann

1987 zog Roland Schönenberger an der Kramgasse in ein Büro im ersten Stock zu Köbi Brechbühl, der dort sein Temporärunternehmen führte. Später stiess Jürg Wittwer dazu. Man kannte sich als ehemalige Spieler von den Young Boys. Die schwarz-gelbe Bürogemeinschaft war geprägt von Vertrauen, Sportgeist und kurzen Laufwegen.

Der Fussball war damals für Roland Schönenberger noch ein gewichtiger Teil seines Lebens. Er war Profi, spielte über 330 Partien für den FC Basel und YB, wurde Meister, Cupsieger, Nationalspieler. Doch wenn er heute erzählt, spricht er weniger von Titeln als von Kameradschaft, Disziplin und Teamgeist. Dass er ins Treuhandwesen fand, war eher Zufall.

Eigentlich war er Bankkaufmann. «Der damalige YB-Präsident Ruedi Baer vermittelte mir 1984 den Kontakt zum Revisor des Vereins Fussballstadion Wankdorf, welcher im Spiegel b. Bern ein Treuhandbüro führte und einen Nachfolger suchte.» Schönenberger ging hin, und blieb.

Schönenberger
Roland Schönenberger spielte von 1979 bis 1986 beim BSC Young Boys und kam dabei zu über 200 Einsätzen. - zVg

Er wuchs in die Materie hinein, entdeckte eine neue Zahlenwelt. Er entschied sich bewusst für diesen Weg und gründete 1986, mit dem Erreichen des YB Meistertitels, seine eigene Firma. Kein spektakulärer Start, kein grosser Auftritt.

Eher die stille, berndeutsche Variante des Unternehmertums: aufbauen, anpacken, dranbleiben. Das Unternehmen wuchs denn auch nicht schnell, aber stetig. Heute beschäftigt die Firma rund 35 Mitarbeitende, manche sind seit Jahrzehnten dabei, andere erst seit Kurzem.

Schönenberger
Schönenberger war zunächst Stürmer, anschliessend Aussenverteidiger - zVg

Was sie verbinde, sei eine gemeinsame Haltung. Vertrauen wurde dabei zum Fundament. Für Roland Schönenberger war es immer die wichtigste Eigenschaft seines Berufs. Viele Kundenbeziehungen bestehen denn auch seit Jahrzehnten.

«Die Kundennähe und eine hohe Qualität», sagt er, «sind das Wichtigste überhaupt.» Vielleicht liegt genau darin das Erfolgsrezept: nicht laut auftreten, sondern verlässlich bleiben.

Sohn Roger als Nachfolger

Dass sein Sohn Roger das Unternehmen einmal übernehmen würde, war lange nicht selbstverständlich. Auch Roger spielte zunächst Fussball, wurde dann aber durch Verletzungen gebremst. Nach einem Auslandaufenthalt kam er zurück und fragte den Vater, ob er einen Job für ihn habe, irgendetwas zum Geldverdienen.

Vielleicht könne er ja das Archiv aufräumen. Was beiläufig klang, sollte Gewicht haben. Roland erinnerte sich, dass sein Sohn in den Aushebungsunterlagen des Militärs einst als Berufswunsch «Treuhänder» angegeben hatte. Vielleicht sagte er auch deshalb spätere Übernahmeanfragen grosser Firmen immer wieder ab.

Er wollte unabhängig bleiben und das Unternehmen nicht einfach verkaufen. Zumal sich seine Firma in einem besonderen Bereich einen Namen gemacht hatte und heute nebst der Betreuung von KMU aller Branchen als erste Adresse für soziale Institutionen in allen Belangen des Finanz- und Rechnungswesens gilt.

Geschichte weiterschreiben

Heute ist Roger Schönenberger CEO und als diplomierter Treuhand- und zugelassener Revisionsexperte längst Teil dieser Geschichte und zugleich ihr nächstes Kapitel. Rückblickend erzählt er: «Mein Vater war nie der Star im Rampenlicht. Er war der Linksverteidiger, der den Zug nach vorne brachte.»

Einer, der Verantwortung übernahm und genau diese Haltung später in die Firma trug. 2016 übernahm Roger Schönenberger die operative Verantwortung. Die Übergabe erfolgte Schritt für Schritt, mit Respekt und unterschiedlichen Sichtweisen. Er stellte nicht alles auf den Kopf, aber er hinterfragte manches.

«Führung, davon bin ich überzeugt, funktioniert heute anders als vor 30 Jahren. Mitarbeitende wollen nicht nur Anweisungen, sondern Sinn, Vertrauen und Klarheit.» Was nach klassischer Unternehmensentwicklung klingt, ist hier vor allem Ausdruck eines ernst genommenen Generationenwechsels.

Per 1. Januar 2026 nun wurden die bisherigen Gesellschaften im Bereich Treuhand, Informatik und Immobilien zur Schönenberger Partner AG fusioniert. Für Aussenstehende mag das wie eine juristische Fussnote erscheinen.

Spielst du auch Fussball?

Für die Familie Schönenberger, der andere Sohn Jan verantwortet den Bereich Immobilien, ist es das sichtbare Zeichen einer Entwicklung: aus einzelnen Einheiten wurde ein gemeinsames Wir. Dieses Wir steht heute im Zentrum.

Das Unternehmen wird nicht mehr von einem Patron getragen, sondern von einem starken Team, das gemeinsam Verantwortung übernimmt. Unterschiedliche Kompetenzen, Perspektiven und Erfahrungen fliessen zusammen und prägen die Weiterentwicklung.

So entsteht eine Organisation, die modern aufgestellt ist und gleichzeitig ihre Wurzeln kennt. Im Gespräch fällt irgendwann ein Satz aus der alten Fussballwelt, der fast wie eine Firmenphilosophie klingt: flach spielen, hoch gewinnen. Bodenständig bleiben, aber ambitioniert denken. Er passt zum Vater, der das Unternehmen mit Sportsgeist und Mut aufgebaut hat.

Schönenberger
Später gründete Schönenberger eine Treuhandfirma, die sein Sohn Roger gezielt ausbaute. - Daniel Zaugg

Und zum Sohn, der es mit Klarheit und Struktur weiterführt. Roland Schönenberger gehört nicht zu denen, die einfach loslassen. Wer über Jahrzehnte ein Unternehmen aufgebaut hat, trägt Verantwortung weit über Zahlen hinaus.

Übergabe ist kein Moment, sondern ein Prozess. Einer, der Vertrauen braucht, Reibung zulässt und Zeit verlangt. «Aber irgendwann kommt der Moment, zu sagen: Ich bin dann mal weg», meint er und lächelt. «Denn wer keinen Grund mehr hat, zu bleiben, hat den besten Grund, zu gehen.»

Im Café Einstein ist der Kaffee längst ausgetrunken. Doch die Geschichte, die an der Kramgasse 8 begann, endet nicht im Rückblick. Sie setzt sich dort fort, wo Vertrauen weitergegeben, Verantwortung übernommen und ein Lebenswerk mit eigener Handschrift weitergeführt wird.

INFO

Schönenberger Partner AG

Ihr Partner für alles, was zählt.

Seit 1986 persönlich für Sie da.

Belpstrasse 4

3074 Muri b. Bern

031 950 88 88

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