Stadt Bern

    «Sarah hat Recht»: Vermögen verschenken – Pflegeheim dann günstiger?

    Sarah Schläppi
    Sarah Schläppi

    Bern,

    Kann man sich Kosten für das Pflegeheim sparen, wenn man vorher sein Vermögen verschenkt? Rechtsanwältin Sarah Schläppi sagt, wo Vorsicht geboten ist.

    Dr. Sarah Schläppi
    Dr. Sarah Schläppi gibt Antworten auf rechtliche Fragen. - zVg

    Das Wichtigste in Kürze

    • Das Verschenken des Gesamtvermögens kann möglicherweise Pflegeheimkosten einsparen.
    • Für die schenkende Person und ihre Nachkommen kann dies jedoch negative Folgen haben.
    • Im Extremfall prüft die Sozialhilfe jeweils die Pflicht der Verwandtenunterstützung.

    Kann ich mein ganzes Vermögen meinen Kindern schenken und mir so eventuelle Pflegeheimkosten sparen?

    Vor Ergänzungsleistungen werden getätigte Schenkungen geprüft

    Ja, durch das Verschenken des gesamten Vermögens können möglicherweise Pflegeheimkosten gespart werden.

    Allerdings ist zu beachten, dass die Schenkung schwerwiegende Folgen für die schenkende Person und ihre Nachkommen haben kann.

    Wenn die monatlichen Rentenbeiträge einer pflegebedürftigen Person nicht ausreichen, um die Kosten des Pflegeheims zu bezahlen, kann diese Ergänzungsleistungen beantragen. Dabei wird geprüft, ob vorher Geld verschenkt wurde.

    Schweizer Franken
    Wenn die monatlichen Rentenbeiträge einer pflegebedürftigen Person nicht ausreichen, um die Kosten des Pflegeheims zu bezahlen, kann diese Ergänzungsleistungen beantragen. (Symbolbild) - depositphotos

    Pro Jahr darf man bis 10'000 Schweizer Franken verschenken, ohne dass das Auswirkungen hat. Hat man aber mehr verschenkt, wird der überschüssige Betrag so behandelt, als ob er noch vorhanden wäre.

    Vermögende Nachkommen können zur Kasse gebeten werden

    Die Schenkung kann somit zur Folge haben, dass kein Anspruch auf Ergänzungsleistungen besteht, obwohl bei der pflegebedürftigen Person gar kein Kapital mehr vorhanden ist.

    Es verbleiben ungedeckte Kosten, für welche Sozialhilfe bezogen werden kann. Die Beträge der Sozialhilfe sind jedoch deutlich tiefer als die Ergänzungsleistungen. Zudem werden diese von der Allgemeinheit bezahlt. Auch prüft die Sozialhilfe jeweils die Pflicht der Verwandtenunterstützung.

    Kommst du als vermögender Nachkomme deiner Eltern infrage?

    Vermögende Nachkommen sind gesetzlich verpflichtet, ihre bedürftigen Eltern zu unterstützen und können daher für die Pflegekosten zur Kasse gebeten werden.

    Dabei spielt es keine Rolle, ob die Nachkommen eine Schenkung erhalten haben oder nicht.

    ***

    Zur Autorin: Dr. Sarah Schläppi (*1983) ist Rechtsanwältin und Geschäftsführerin bei Bracher & Partner.

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    Kommentare

    User #2136 (nicht angemeldet)

    Dann bezahlt einfach die Allgemeinheit die Pflegekosten? Wie asozial

    User #6424 (nicht angemeldet)

    Die Ergänzungsleistungen werden nicht von der Allgemeinheit bezahlt? Das ist Schwachsinn. Das Geld kommt von den Steuern. Werden sie für die EL gebraucht, fehlen sie anderswo. So bezahlt die Allgemeinheit auch hier.

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