Die WHO gibt grünes Licht für das Corona-Medikament Paxlovid. Leicht erkrankte Personen mit hohem Hospitalisierungs-Risiko können die Pfizer-Pille nehmen.
Ein Pfizer-Mitarbeiter in Freiburg untersucht Paxlovid-Tabletten.  (Pfizer via AP)
Ein Pfizer-Mitarbeiter in Freiburg untersucht Paxlovid-Tabletten. (Pfizer via AP) - sda - KEYSTONE/AP Pfizer/THOMAS HANSMANN.FOTOGRAF

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Expertenrat der WHO empfiehlt Paxlovid einigen Patienten.
  • Personen mit hohem Risiko, die erst leicht erkrankt sind, sollen das Medikament nehmen.
  • Vor der Einnahme sollten die Corona-Patienten aber einen Arzt konsultieren.

Das Covid-19-Medikament Paxlovid bekommt grünes Licht von der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Paxlovid werde für Patienten empfohlen, die noch nicht schwer krank sind, aber das höchste Risiko einer Krankenhauseinweisung haben, berichtete der zuständige WHO-Expertenrat in der Fachzeitschrift «British Medical Journal» (BMJ). Dazu gehören Menschen mit Vorerkrankungen, Betagte oder Ungeimpfte.

Paxlovid Coronavirus
Ein Mitarbeiter von Pfizer betrachtet Paxlovid-Tabletten in einer Produktionsanlage. - dpa

Der Rat berief sich auf Studien mit knapp 3100 Patientinnen und Patienten. Das Risiko einer Krankenhauseinlieferung sei bei den mit Paxlovid Behandelten um 85 Prozent geringer gewesen als bei der Gruppe, die ein Scheinmedikament erhalten habe, schreibt die WHO in einer Mitteilung.

Die Tabletten des US-Pharmakonzern Pfizer sollen die Virusvermehrung im Körper hemmen. Sie enthalten die Wirkstoffe Nirmatrelvir und Ritonavir. Seit Ende Januar ist das Mittel in der EU bedingt zugelassen.

Pfizer will Tabletten für 120 Mio. Patienten produzieren

Das Medikament sei keine Alternative zur Impfung, betonte WHO-Expertin Janet Diaz. Zur Verhinderung einer schweren Erkrankung und Minderung des Infektionsrisikos sei die Impfung das wichtigste Mittel. Auch milde Infektionen könnten zu langfristigen Gesundheitsbeeinträchtigungen führen.

Die WHO ist besorgt, dass sich wie bei den Corona-Impfstoffen reiche Länder den Grossteil der Produktion sichern und für ärmere Länder zunächst nicht genügend zur Verfügung steht. Pfizer hat das Ziel, in diesem Jahr Tabletten für 120 Millionen Patienten zu produzieren.

Die Firma sagte dem Uno-Kinderhilfswerk UNICEF die Lieferung von Tabletten für vier Millionen Patienten und Patientinnen zu. Die WHO rief Pfizer zu mehr Transparenz über die Produktion, bilaterale Verträge und Preise auf.

WHO-Empfehlung nur für Patienten mit hohem Risiko

Paxlovid muss nach Angaben der WHO innerhalb von fünf Tagen nach Auftreten von Symptomen eingenommen werden. Ob es auch bei Schwerkranken noch Wirkung zeige, gehe aus den bisherigen Studien nicht hervor.

Für Patienten mit geringem Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs empfiehlt die WHO das Mittel nicht, weil es für sie keine Vorteile bringe. Paxlovid habe auch Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten. Deshalb müsse die Einnahme in jedem Fall mit Ärzten abgesprochen werden.

Mit dieser Empfehlung kommt das Medikament auf eine WHO-Liste mit geprüften Medikamenten. Für viele Länder, die anders als die EU oder die USA keine eigene Regulierungsbehörde für Arzneimittel haben, ist dies die Grundlage für eine Zulassung ohne weitere grössere Abklärungen.

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Neben Paxlovid sind bereits andere Mittel im Einsatz, die in der Frühphase der Sars-CoV-2-Infektion vor schweren Verläufen schützen sollen. Sie müssen aber in der Regel als Infusion verabreicht werden.

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