Universitäten haben Schlüsselrolle bei Entwicklung von Antibiotika
Bei der Entwicklung neuer Antibiotika würden Universitäten und andere öffentliche Institutionen eine wichtige Rolle spielen. Dies sagte Michael Lobritz, Leiter der Abteilung Infektionskrankheiten des Pharmaunternehmens Roche, in einem Interview mit dem Schweizerischen Nationalfonds (SNF).

Die zunehmende Antibiotikaresistenz von Bakterien stelle ein grosses Gesundheitsproblem dar. Die Entwicklung neuer Medikamente in diesem Bereich sei wirtschaftlich wenig attraktiv, da neue Antibiotika nur bei schwerkranken Patientinnen und Patienten eingesetzt und sparsam verwendet werden sollten.
Nach Ansicht von Lobritz ist es daher zentral, dass sich Universitäten und öffentliche Institutionen mit dem Thema befassen. Sie könnten nicht gewinnorientierte Forschung zu Wirkmechanismen von Antibiotika betreiben und damit die wissenschaftliche Grundlage für künftige Behandlungen schaffen.
Antibiotika sind heute ein wesentlicher Bestandteil der medizinischen Versorgung. Sie ermöglichen die Behandlung bakterieller Infektionen, und ein grosser Teil der modernen Medizin basiert auf ihrem Einsatz. Durch ihre breite Anwendung haben jedoch Bakterien Resistenzen entwickelt.
Aufgrund dieser Resistenz können bereits heute Betroffene nicht mehr geheilt werden. Ohne Innovation drohe eine Rückkehr in Zeiten, in denen selbst gewöhnliche Infektionen oder kleinere chirurgische Eingriffe tödlich verlaufen konnten, warnte Lobritz.






