Protest

850 Mails! Tierschützer fluten Spreitenbach AG mit Protest

Simon Ulrich
Simon Ulrich

Baden,

Wegen 850 Protest-E-Mails zur geplanten Jagdmesse hat der Gemeinderat Anzeige erstattet. Die Tierschutz-IG ruft bereits zum nächsten Protest auf.

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Die Gemeinde Spreitenbach AG wird mit Protestmails von Tierschützern geflutet. - Nau.ch/Nico Leuthold

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Jagdmesse Schweiz in Spreitenbach löst heftige Tierschutz-Proteste aus.
  • Innerhalb weniger Tage erhielt die Gemeinde 850 Protest-E-Mails.
  • Spreitenbach erstattete Strafanzeige wegen massenhafter Kontaktaufnahme.

Die geplante Jagdmesse Schweiz am 7. und 8. März 2026 in der Umwelt Arena Spreitenbach sorgt für heftige Reaktionen.

Eine Petition der Tierschutzplattform «Wild bei Wild» rief zu Protesten auf – mit weitreichenden Folgen für die Gemeindeverwaltung: Innerhalb weniger Tage gingen 850 (!) E-Mails ein, wie die «Aargauer Zeitung» berichtet.

Die Interessengemeinschaft (IG) aus dem Tessin kritisiert, die Messe verharmlose Tierleid, indem sie die Jagd als Tradition oder Unterhaltung darstelle.

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Die Umweltarena in Spreitenbach. Hier findet die Jagdmesse statt. - keystone

Gemeinde Spreitenbach erstattet Strafanzeige

Die E-Mail-Flut veranlasste den Gemeinderat Spreitenbach, Strafanzeige zu erstatten. Laut Verwaltungsleiter Patrick Geissmann sehe man in der massenhaften Kontaktaufnahme eine systematische Belästigung, die den regulären Betrieb erheblich gestört habe.

Die Anzeige richte sich jedoch ausdrücklich nicht gegen den Inhalt der Petition, sondern gegen die Form der Kontaktaufnahme. Zudem betont die Gemeinde, dass sie weder Veranstalterin sei noch eine Bewilligung erteilt habe. Ein Punkt, der aus ihrer Sicht in der Petition irreführend dargestellt werde.

Auch die Umwelt Arena erhielt zahlreiche E-Mails, bleibt jedoch bei ihrer Entscheidung: «Die Jagdmesse Schweiz wird stattfinden», bestätigt Geschäftsführer Ivan Skender. Die Arena verstehe sich nicht als moralische Instanz, sondern als Ort des Diskurses und der Meinungsbildung.

Aktivisten wehren sich gegen Kriminalisierung

Die IG «Wild bei Wild» weist die Vorwürfe zurück. IG-Leiter Carl Sonnthal betont, jede Mail sei bewusst und freiwillig versendet worden. Man sehe in der Reaktion der Behörden einen Versuch, zivilgesellschaftlichen Protest zu kriminalisieren.

Ist es verhältnismässig, dass die Gemeinde mit einer Anzeige auf die E-Mail-Flut reagiert hat?

Für das kommende Wochenende kündigt die IG bereits weitere Protestaktionen an – bei einer Sportfischer-Messe am selben Ort.

Kommentare

User #1843 (nicht angemeldet)

Solche radikale tierschutzorganisationen wie peta und ähnliches verbieten Punkt.

User #4618 (nicht angemeldet)

Schon wieder sind es realitätsfremde grüne oder grünähnliche Barbie-Menschen, die nicht mehr bewusst durchs Leben gehen, sondern ihre Schlaraffenlandpolitik naiv und feindlich ausbreiten. Jagd gibt es schon seit der frühen Steinzeit und die Grünen von damals waren besessene Jäger, aber nicht auf Menschen, sondern auf ihre Nahrung.

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