Solothurner Juralandschaft eignet sich laut Bericht für Wisente
Die Juralandschaft bei Welschenrohr SO bietet grundsätzlich geeignete Lebensbedingungen für Wisente. Dieses Fazit zieht der Verein Wisent Thal in einem Bericht. Die Testphase mit Tieren in einem Gehege dauerte vier Jahre.

Die ursprüngliche Testherde aus fünf Tieren war im September 2022 auf der Sollmatt bei Welschenrohr eingetroffen. Es gab regelmässige Geburten und die Herde wuchs bis diesen Sommer auf 14 Tiere an, wie aus dem am Freitag veröffentlichten Schlussbericht des Vereins Wisent Thal hervorgeht.
Die Wisente, also europäische Bisons, seien durchgehend gesund geblieben und hätten eine stabile Sozialstruktur entwickelt. Die Tiere hätten den Wald und das Offenland genutzt.
Die Testphase habe auch Fragen zu Überwachung, Lenkung, Prävention und Zusammenleben mit Menschen geklärt. Eine abschliessende Aussage zur langfristigen ökologischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Tragbarkeit einer grossräumig oder frei lebenden Wisentherde sei aufgrund der bisherigen Bedingungen im Gehege jedoch noch nicht möglich, heisst es im Bericht. Dazu seien Erfahrungen unter deutlich grossräumigeren und naturnäheren Bedingungen erforderlich.
Auswirkungen auf Wald und Landwirtschaft
Im Wald stellten die beteiligten Forscher nach eigenen Angaben keinen erhöhten Verbiss an der Baumverjüngung fest. Neun Prozent der untersuchten Bäume hätten jedoch Schälspuren an der Rinde aufgewiesen. Auf den genutzten Wiesen sei der Ertrag um rund 20 Prozent gesunken. Einfache Elektrozäune schützten benachbarte Ackerflächen wirksam vor Schäden.
Das Gehege blieb in der Testphase für die Bevölkerung durchgehend frei zugänglich. Rund 5200 Personen nahmen von März 2023 bis zum vergangenen August an Führungen teil, wie der Verein festhält. Zu direktem Körperkontakt sei es nicht gekommen. Die Tiere hätten jedoch 15 Scheinangriffe bei zu geringem Abstand ausgelöst. Ende August verunglückte ein Ranger nach einer Annäherung an den Stier auf ein bis zwei Meter.






