Schweizer Modell fahndet nach zu warmen Orangen
Früchte sollen nicht verderben: Schweizer Forschende haben einen virtuellen Kühltransporter entwickelt. Dieser simuliert die Temperatur im Laderaum und soll so Wärmenester aufspüren.

Damit wollen die Forschenden die Haltbarkeit der Früchte verbessern und Lebensmittelverluste reduzieren, wie die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) am Dienstag mitteilte.
Bisher wird laut der Empa die Temperatur in einem Kühltransporter oft nur mit einem einzigen Sensor überwacht. Das neue Modell, die Empa spricht dabei von einem «digitalen Zwilling», simuliert hingegen die Luftzirkulation und die Wärmeübertragung im gesamten Laderaum.
Für einen Test bildeten die Forschenden einen realen Transport von Zitrusfrüchten von Griechenland in die Schweiz digital nach. Dabei speisten sie das Modell mit den realen Daten zur Beladung und den Temperaturen. 108 Sensoren in der Fracht lieferten die Vergleichswerte für die Simulation.
Die Messungen zeigten, dass sich einige Orangen unerwartet von 7,7 auf bis zu 10,8 Grad erwärmten. Als Ursache vermuteten die Forschenden benachbarte Paletten, deren Früchte nicht ausreichend vorgekühlt waren. Eine entsprechende Anpassung der Simulation bestätigte diese Annahme.
Die Untersuchung zeigte laut den Forschenden zudem, wie wichtig die Verpackung und die Anordnung der Paletten für die Kühlung sind. Künftig könnte das Modell mit realen Sensordaten verbunden werden. So liessen sich problematische Temperaturbereiche erkennen, auch wenn dort keine Sensoren angebracht sind. Unternehmen könnten dadurch besonders gefährdete Ware gezielt kontrollieren und früher verkaufen.






