Sie schreit und zappelt, zeigt Würgereflexe und bekommt plötzlich weisse Augen: Auf der Technikmesse CES in Las Vegas sorgen Roboter wie die Kinderpuppe Pedia-Roid, entwickelt etwa für Erste-Hilfe-Übungen, gleichsam für Faszination wie Furcht.
Kinderroboter zu Übungszwecken auf der CES
Kinderroboter zu Übungszwecken auf der CES - AFP

Das Wichtigste in Kürze

  • Grat zwischen Faszination und Furcht bei Robotern auf der CES oft sehr schmal.

«Oh! Die Augen sind echt gruselig», sagt der Aussteller Marcelo Humerez aus Peru, der zufällig an dem Robotermädchen vorbeikommt.

Die Kinderpuppe soll medizinischem Personal bei der Ausbildung helfen - die etwas angsteinflössende Erscheinung ist durchaus gewollt, wie Aussteller Yusuke Ishii von der japanischen Herstellerfirma tmsuk sagt. «Wir möchten ein realistisches Szenario schaffen, deshalb haben wir einige unheimliche Laute mit eingearbeitet, damit sie sich tatsächlich verhält wie ein Kind.»

Laut Hersteller zeigt das gut einen Meter grosse Roboterkind typische Bewegungen eines sich windenden Kindes, das sich einer Behandlung entzieht. Manchmal jammert und spricht es, dann wieder zucken die Beinchen, die Puppe macht Verrenkungen und scheint sich erbrechen zu wollen. Einige umstehende Besucher filmen das Robotermädchen auf dem Behandlungstisch, mit einer Mischung aus Ablehnung und Begeisterung.

«Viele Kinder haben Angst vorm Zahnarzt oder vor Ärzten ganz allgemein», sagt Ana Kloar, eine Ausstellerin aus Slowenien. «Auf diese Art kann man üben, sie zu behandeln und zu trösten.» Die Augen, die plötzlich in den Hinterkopf der Puppe rollen und ganz weiss werden, findet aber auch sie furchteinflössend. «Die sind ein bisschen gruselig, aber die Puppe ist ziemlich cool.»

Einige Stände weiter plappert ein graugesichtiger humanoider Roboter namens Ameca munter drauf los und erstaunt die Zuschauenden mit seiner Fähigkeit, menschenähnliche Mimiken und Gesten nachzuahmen. «Das habe ich nicht erwartet, als ich um die Ecke kam», sagt Ricky Rivera, ein Aussteller aus Kanada. «Das sieht phantastisch aus und hat mich direkt in den Bann gezogen.»

«Wir haben Ameca so menschenähnlich wie möglich entwickelt», erzählt Morgan Roe vom britischen Hersteller Engineered Arts, während der Roboter neben ihm blinzelt. Das hat jedoch Grenzen: «Menschen sind so komplex, dass es fast unmöglich ist, einen Roboter zu entwickeln, der exakt wie ein Mensch ist.»

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