Nahrungsmangel prägt bei Fadenwürmern nächste Generation

Keystone-SDA
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Bern,

Umweltbedingungen können über Generationen nachwirken: Eine Studie unter der Leitung der Universität Bern zeigt, wie Nahrungsmangel bei Fadenwürmern die Nachkommen langsamer wachsen lässt. Die Studie eröffnet neue Perspektiven auf die nicht genetische Vererbung.

Fadenwürmer
Werden Fadenwürmer unterernährt, wachsen ihre Nachkommen langsamer. Die Würmer werden teilweise eingesetzt, um Japankäfer-Larven abzutöten - keystone

Ob ein Organismus schnell oder langsam wächst, hängt stark von den verfügbaren Nährstoffen ab. Wenn wenig Nahrung zur Verfügung steht, drosselt der Organismus den Stoffwechsel und investiert weniger Energie in die Produktion der für das Wachstum benötigten Proteine. Die Proteinproduktion geschieht in den «Proteinfabriken» der Zellen, den sogenannten Ribosomen.

Am winzigen Fadenwurm konnten die Forschenden vom Institut für Zellbiologie der Universität Bern, in Zusammenarbeit mit dem Centre for Genomic Regulation in Barcelona, zeigen, dass die Ernährungsbedingungen der Muttertiere bestimmen, wie gut deren Nachkommen später wachsen. Die Studie wurde soeben in der Fachzeitschrift PLOS Biology publiziert, wie die Universität Bern am Freitag mitteilte.

Dass Fadenwürmer mit einer reduzierten Nahrungsmenge weniger Ribosomen aufweisen würden, hatten die Forschenden erwartet. Nun zeigte sich aber, dass auch bei einer frisch geschlüpften Larve die Anzahl an Ribosomen deutlich reduziert ist. Demnach gebe ein Fadenwurm die eigene Ausstattung an Ribosomen an die Nachkommen weiter.

Verfügen die Nachkommen, anders als ihre Mutter, nach der Geburt über ausreichend Nahrung, normalisiert sich ihre Anzahl an Ribosomen irgendwann. Dadurch wachsen und entwickeln sich die Tiere nach einiger Zeit wieder normal.

«Wir wissen nun, dass nicht nur die Gene im Erbgut, also die DNA, an die Nachkommen weitergegeben werden, sondern auch bestimmte Eigenschaften, die durch die Lebensumstände der Muttertiere geprägt wurden – in unserem Fall durch den Nahrungsmangel und die dadurch veränderte Anzahl Ribosomen», heisst es in der Mitteilung der Universität Bern.

Kommentare

User #7347 (nicht angemeldet)

Permanenter Nahrungsmittelmangel führt auch bei Menschen zu ähnlichen Problemen. Die merkt man besonders in vielen Entwicklungsländern. Hehehe. LOL.

User #5443 (nicht angemeldet)

Selber Schuld.

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