Regierungsrat will keine Bargeldpflicht fürs Gastrogewerbe

Keystone-SDA Regional
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Bern,

Geht es nach dem Regierungsrat, sollen im Kanton Bern Restaurants und Hotels nicht verpflichtet werden, Bargeld von ihren Gästen zu akzeptieren. Die Kantonsregierung empfiehlt einen entsprechenden Vorstoss aus den Reihen von SVP, GLP, Mitte, FDP und EDU zur Ablehnung.

Restaurants und Hotels sollen verpflichtet werden, Bargeld zu akzeptieren. Das fordern Grossratsmitglieder von bürgerlicher Seite. Der Regierungsrat winkt ab. (Symbolbild)
Restaurants und Hotels sollen verpflichtet werden, Bargeld zu akzeptieren. Das fordern Grossratsmitglieder von bürgerlicher Seite. Der Regierungsrat winkt ab. (Symbolbild) - KEYSTONE/GAETAN BALLY

Immer mehr Betriebe im Gastgewerbe würden Barzahlungen ablehnen und nur noch elektronische oder digitale Zahlungsmittel akzeptieren, begründeten die Motionäre ihre Forderung nach einer gesetzlichen Grundlage für eine Bargeldpflicht.

Dies führe zu einer Diskriminierung von Personen, die nicht über digitale Zahlungsmittel verfügten, insbesondere ältere Menschen, Jugendliche ohne Kreditkarte, Personen ohne Bankkonto oder Bürgerinnen und Bürger, die aus Gründen des Datenschutzes und der Privatsphäre bar bezahlen möchten.

Gemäss Bundesgesetzgebung sind Schweizer Banknoten und Münzen gesetzliche Zahlungsmittel, die grundsätzlich akzeptiert werden müssen. Die Bestimmung hat jedoch nur dispositiven Charakter, so dass Betriebe durch entsprechende Hinweise Bargeldzahlungen ausschliessen können. In der Praxis finden sich solche Hinweise etwa am Eingang oder mit einem Hinweis in der Menukarte.

In ihrer kürzlich veröffentlichten Antwort teilt die Regierung zwar die Sorge um die soziale Teilhabe von Personengruppen ohne digitale Zahlungsmittel. Sie ist jedoch der Ansicht, dass die Umsetzung der Motion problematisch sein könnte.

So sei ungewiss, ob die Kantone überhaupt befugt seien, eine solche Bargeldpflicht einzuführen. Es sei möglich, dass die Berner Regelung vom Bundesgericht wieder umgestossen würde, schreibt der Regierungsrat in seiner Antwort.

Dazu kommt laut Regierungsrat, dass das Gastgewerbe eine Bargeldpflicht entschieden ablehnt. Berner Betriebe wären gegenüber solchen in anderen Kantonen also benachteiligt, folgert die Regierung. Die Verpflichtung zur Bargeldannahme würde zudem zusätzliche Kosten verursachen.

Schliesslich gebe es auch zahlreiche andere Branchen, in denen die Bargeldnutzung in Zukunft abnehmen dürfte. Es sei nicht ersichtlich, weshalb man ausgerechnet das Gastrogewerbe auf Bargeld verpflichten solle. Das letzte Wort in der Sache hat das Berner Kantonsparlament.

Kommentare

User #788 (nicht angemeldet)

Kann ich meine Konsumation nicht mehr BAR bezahlen, lass ich dieses Restaurant einfach links liegen!

User #6195 (nicht angemeldet)

Es gibt auch solche die nur Bargeld wollen und hatten lediglich während Corona eine Ausnahme gemacht.

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