Nachthimmel wird heller durch Millionen Satelliten

    Maja Bojic
    Maja Bojic

    USA,

    Die ESO warnt vor Millionen geplanter Satelliten, die den Nachthimmel aufhellen und astronomische Beobachtungen stark beeinträchtigen könnten.

    ESO Warnung Nachthimmel
    Die ESO warnt davor, dass der Nachthimmel durch die zunehmende Zahl von Satelliten deutlich aufgehellt werden könnte. - ESO

    Die Europäische Südsternwarte ESO warnt vor einer massiven Zunahme geplanter Satelliten im Erdorbit, berichtet die «Frankfurter Rundschau». Demnach liegen Anträge für mehr als 1,7 Millionen zusätzliche Objekte in der Erdumlaufbahn vor.

    Über Chile nutzen ESO-Teleskope besonders dunkle Himmel für die Beobachtung ferner Galaxien und Strukturen im Universum. Zunehmender Satellitenverkehr erzeugt helle Streifen, die empfindliche Langzeitaufnahmen astronomischer Instrumente stören.

    Sollten Satellitenkonstellationen stärker begrenzt werden, um den Nachthimmel zu schützen?

    Derzeit befinden sich laut ESO mehr als 14'000 Satelliten im Erdorbit um die Erde herum. Einen grossen Anteil daran hat die Starlink-Konstellation von SpaceX im niedrigen Erdorbit.

    Störungen für Teleskope am Nachthimmel

    Satelliten erzeugen laut der «IT Boltwise» helle Linien in astronomischen Aufnahmen und überdecken dabei schwache kosmische Lichtsignale deutlich. Zusätzlich steigt die Hintergrundhelligkeit des Nachthimmels und verschlechtert Kontraste in tiefen Weltraumaufnahmen.

    Grosse Observatorien wie das Very Large Telescope und das Vera-Rubin-Observatorium sind besonders betroffen davon. Der «Welt der Physik» zufolge können dadurch einzelne Beobachtungsfenster zeitweise nur eingeschränkt nutzbar werden.

    ESO-Analysen zeigen, dass bis zu 28 Prozent des nutzbaren Sichtfelds verloren gehen könnten in Szenarien. Zusätzliche Bildverarbeitung ist nötig, um Satellitenspuren nachträglich aus wissenschaftlichen Daten zu entfernen.

    Regulierung und neue Konzepte

    Astronom Olivier Hainaut beschreibt die Entwicklung als zunehmend kritisch für die globale optische Astronomie. Er warnt laut der «Frankfurter Rundschau», dass die Belastungsgrenzen der Astronomie bereits erreicht worden sein könnten.

    Neue Konzepte umfassen reflektierende Satelliten, die Sonnenlicht gezielt auf bestimmte Erdregionen lenken sollen. Solche Systeme könnten in bestimmten Situationen heller erscheinen als Venus oder stark reflektierte Mondhelligkeit.

    Nachthimmel
    Der Nachthimmel wird durch die wachsende Zahl von Satelliten im Erdorbit zunehmend aufgehellt. (Archivbild) - keystone

    Die US-Behörde FCC spielt eine zentrale Rolle bei der Genehmigung grosser Satellitenkonstellationen im Orbit. Wissenschaftliche Institutionen weltweit reichen Stellungnahmen ein, um die regulatorischen Entscheidungen zu beeinflussen.

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    Kommentare

    User #902 (nicht angemeldet)

    Nachts hat es dunkel zu sein zum Schutz der Natur, bzw. den Überresten davon. Wer nachts noch raus muss kann eine Taschenlampe kaufen im Jumbo ganz günstig.

    User #1199 (nicht angemeldet)

    Rücksichtslos wird die Umwelt verschmutzt und ausgenutzt. Und wenn es Regeln gäbe, setzt sich das Militär darüber und macht dort weiter. Das Selbe mit den Pestiziden, den Rohstoffen oder des Wetters.

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