Mikroplastik gefährdet Umwelt und Gesundheit
Mikroplastik belastet Böden und Gewässer. Forschende untersuchen Gesundheitsrisiken und entwickeln neue Gegenmassnahmen.

Jedes Jahr gelangen grosse Mengen Mikroplastik aus der Luft auf Schweizer Böden und Gewässer. Messungen der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt Empa zeigen, dass die Partikel auch ausserhalb grosser Städte verbreitet sind.
In Zürich fanden Forschende besonders hohe Konzentrationen, während ländliche Messorte vergleichbare Werte aufwiesen. Hochgerechnet setzen sich jährlich mindestens 219 Tonnen Mikroplastik in der Schweiz unterhalb von 2000 Metern Höhe ab.
Rund 78 Tonnen davon landen laut «Infosperber» auf landwirtschaftlichen Flächen. Die Partikel stammen unter anderem aus Kunststoffverpackungen und Textilien, wobei Reifenabrieb in der Studie nicht berücksichtigt wurde.
Mikroplastik verbreitet sich weiter als erwartet
Doch die Belastung betrifft nicht nur Böden und Gewässer, sondern könnte auch für Menschen gesundheitliche Folgen haben. Eine in «Nature» veröffentlichte Studie liefert Hinweise darauf, wie Mikroplastik chemische Reaktionen auslösen könnte.

Laut «WinFuture» können Kunststoffoberflächen bei Kontakt mit Wasser hochreaktive Moleküle entstehen lassen. Diese könnten Proteine und Zellbestandteile verändern und dadurch Prozesse begünstigen, die mit Entzündungen und oxidativem Stress verbunden sind.
Je kleiner die Kunststoffpartikel werden, desto grösser ist ihre Oberfläche im Verhältnis zum Volumen. Dadurch entstehen zusätzliche Kontaktflächen für chemische Reaktionen, deren Auswirkungen auf menschliches Gewebe noch genauer erforscht werden müssen.
EU-Projekte bekämpfen Mikroplastik in den Alpen
Während die Forschung mögliche Risiken untersucht, entstehen in den Alpen bereits konkrete Ansätze zur Verringerung der Belastung. Wie «Italien.news» berichtet, setzen zwei EU-finanzierte Projekte in Südtirol bei Produktionsabfällen und der Reinigung von Gewässern an.
Das Projekt «Micro-Alps» entwickelt Verfahren, um Kunststoffabfälle aus der Brillenproduktion als Rohmaterial für den 3D-Druck wiederzuverwenden. Damit sollen Produktionsreste sinnvoll genutzt und zusätzliche Kunststoffabfälle reduziert werden.
Das Projekt «PlasticFree» untersucht Mikro- und Nanoplastik in Flüssen, Seen, Niederschlägen sowie Trink- und Grundwasser. Ein entwickelter Prototyp für Kläranlagen kann unter bestimmten Bedingungen bis zu 96 Prozent der Plastikpartikel entfernen.
















